Start Wissenschaft Grippewelle in Österreich beginnt – heuer deutlich früher als üblich

Grippewelle in Österreich beginnt – heuer deutlich früher als üblich

Werbung

Rund vier Wochen früher als in den vergangenen Jahren breitet sich die Influenza aus. Dominant ist derzeit die A(H3N2)K-Variante. Auch europaweit steigen die Fallzahlen.

Die Influenza-Welle in Österreich hat offiziell begonnen – und das deutlich früher als in den vergangenen Jahren. Wie das Zentrum für Virologie der MedUni Wien und das Diagnostische Influenza Netzwerk Österreich (DINÖ) mitteilen, wurden in der Kalenderwoche 49/2025 in mehr als 20 Prozent der Sentinelproben Influenzaviren nachgewiesen. Auch klinische Proben aus allen Bundesländern bestätigen den landesweiten Anstieg der Influenza-Aktivität. „Im Vergleich zu den vorhergehenden Saisonen startet die Grippewelle etwa vier Wochen früher“, so das DINÖ.

Liniengrafik zeigt den Vergleich der Influenza-Fallzahlen pro 100.000 Einwohner:innen in Österreich über die Saisonen 2023/2024, 2024/2025 und 2025/2026 nach Kalenderwochen.
© AGES

Grippebedingte Krankenstände steigen deutlich

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) verzeichnet einen deutlichen Anstieg an Influenza-bedingten Krankmeldungen: In der Vorwoche stieg die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen wegen Influenza von 891 auf 1.572 Fälle. 

Influenza A(H3N2)K vorherrschend – Impfdurchbrüche möglich

Aktuell dominiert die neue Influenza A(H3N2)-Variante des Subclades K. Bereits Ende Oktober 2025 wurden erste sporadische Influenzavirus-Nachweise registriert – ein weiteres Indiz für den frühen Saisonbeginn. Auch in Europa zeigt sich ein ähnliches Bild: Laut DINÖ melden 21 von 36 Ländern derzeit eine regionale oder weitverbreitete Influenzavirusaktivität.

Die aktuell vorherrschende Variante führe laut Experten zwar zu keinen schwereren Verläufen, umgeht jedoch den Impfschutz gekonnter als frühere Varianten. Laut der Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien ist daher mit einer reduzierten Impfwirksamkeit zu rechnen. Gegen schwere Verläufe sei der Schutz durch die Impfung aber dennoch gegeben. 

„Um sich vor schweren Krankheitsverläufen und Krankheitsfolgen aufgrund einer Influenza zu schützen, ist die kostenlose Grippe-Impfung ratsam“, empfiehlt auch ÖGK-Chefarzt Andreas Krauter.

Eine Liste teilnehmender Impfstellen ist unter www.impfen.gv.at zu finden.

Neue Artikel

Jeder vierte Prostatakrebs-Befund wird nach der Operation hochgestuft

Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse liefert neue Erkenntnisse zur Risikobewertung bei Prostatakrebs. Bei rund einem Viertel der Patienten mit...

Studie untersucht Immunzellen als Prognosemarker nach Herzinfarkt 

Forschende der Universität Münster haben einen Laborwert identifiziert, der bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus Hinweise auf das Sterberisiko...

Badegewässer in Österreich: Qualität hoch, dennoch Risiken beachten

Nach der ersten Hitzewelle und einer kurzen Verschnaufpause kündigt die Wettervorhersage bereits die nächste Hitzeperiode an. Viele Menschen werden...

Lebensstil prägt Diabetesrisiko stärker als Gene

Eine US-Studie auf Basis der britischen Biobank zeigt: Der Lebensstil hat größeren Einfluss auf das Risiko für Typ-2-Diabetes als...

 Weitere Artikel

Jeder vierte Prostatakrebs-Befund wird nach der Operation hochgestuft

Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse liefert neue Erkenntnisse zur Risikobewertung bei Prostatakrebs. Bei rund einem Viertel der Patienten mit...

Studie untersucht Immunzellen als Prognosemarker nach Herzinfarkt 

Forschende der Universität Münster haben einen Laborwert identifiziert, der bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus Hinweise auf das Sterberisiko...

Badegewässer in Österreich: Qualität hoch, dennoch Risiken beachten

Nach der ersten Hitzewelle und einer kurzen Verschnaufpause kündigt die Wettervorhersage bereits die nächste Hitzeperiode an. Viele Menschen werden...