Start Wissenschaft Glycerin in Slush Ice: Vorsicht für Kinder

Glycerin in Slush Ice: Vorsicht für Kinder

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Schon kleine Mengen glycerinhaltigen Slush Ice können bei Kindern Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel auslösen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb erstmals eine akute Referenzdosis für Glycerin festgelegt. Auf EU-Ebene wird nun über Höchstgehalte für den Zusatzstoff diskutiert.

Slush Ice gehört an heißen Sommertagen für viele Kinder und Erwachsene dazu. Doch nicht jedes der bunten Getränke ist unbedenklich. Enthält es den Lebensmittelzusatzstoff Glycerin (E 422), kann bereits eine kleine Portion – insbesondere bei jüngeren Kindern – zu einer vergleichsweise hohen Aufnahme führen. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Benommenheit sind laut Behörden möglich.

Der Grund dafür liegt im Zusatzstoff selbst. Glycerin ist eine süß schmeckende, farb- und geruchslose Flüssigkeit. Sie wird häufig verwendet, damit Slush Ice seine typische halbgefrorene Konsistenz behält. Gleichzeitig handelt es sich um eine Substanz, die in höheren Dosen pharmakologische Wirkungen entfalten kann. In der Medizin wird Glycerin unter anderem eingesetzt, um einen erhöhten Hirndruck zu senken.

Besonders Kinder können betroffen sein

Jüngere Kinder sind besonders gefährdet. Aufgrund ihres geringeren Körpergewichts kann bereits eine kleine Portion zu einer vergleichsweise hohen Glycerinaufnahme führen. Enthält ein Slush-Ice-Getränk hohe Konzentrationen des Zusatzstoffs, können laut AGES und der Kommunikationsplattform Verbraucher:innengesundheit (KVG) unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Doppelsehen auftreten. Die KVG nennt außerdem Durchfall und auffällige Benommenheit als mögliche Beschwerden.

Nach Angaben der AGES und des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können jüngere Kinder bei Getränken mit hohen Glyceringehalten bereits mit weniger als 200 ml jene Aufnahmemenge erreichen oder überschreiten, die das BfR seiner Risikoabschätzung zugrunde gelegt hat.

EFSA legt neue Referenzdosis fest

Bereits 2025 hatte das BfR Glycerin in Slush-Ice-Getränken bewertet. Für seine Risikoabschätzung zog das Institut eine Referenzdosis von 250 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag heran. Denn ab dieser Dosis können erste pharmakologische Wirkungen auftreten, darunter die Senkung eines erhöhten Hirndrucks.

Im Mai 2026 veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ihre eigene wissenschaftliche Bewertung. Sie leitete daraus eine akute Referenzdosis (ARfD) von 125 mg Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht für den einmaligen Verzehr eines glycerinhaltigen Getränks ab. Diese beschreibt jene Menge, die nach aktuellem Wissensstand innerhalb kurzer Zeit aufgenommen werden kann, ohne dass gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Für ihre Expositionsberechnungen nahm die EFSA bei Kindern eine Portionsgröße von 250 ml und bei den übrigen Bevölkerungsgruppen 500 ml an. Unter Berücksichtigung der gemeldeten Verwendungsmengen und analytisch gemessenen Glyceringehalte kam die Behörde zum Ergebnis, dass die akute Referenzdosis in allen untersuchten Altersgruppen überschritten werden kann.

Glyceringehalt ist für Konsumenten nicht erkennbar

Ein besonderes Problem besteht darin, dass Konsumentinnen und Konsumenten in der Regel nicht erkennen können, wie viel Glycerin ein Slush-Ice-Getränk tatsächlich enthält. Untersuchungen des BfR zeigen, dass die Konzentrationen zwischen den Produkten erheblich schwanken. Manche Proben enthielten kein Glycerin, andere vergleichsweise hohe Mengen. Laut EFSA umfasste die zugrunde liegende Untersuchung 62 Proben.

Da Glycerin derzeit nach dem Prinzip „quantum satis“ zugelassen ist, gibt es keinen festgelegten Höchstgehalt. Hersteller dürfen nur jene Menge einsetzen, die technologisch notwendig ist. Nach Angaben der KVG wurden dem Europäischen Erfrischungsgetränke-Verband Verwendungsmengen von bis zu 20 g pro Kilogramm Produkt gemeldet.

Behörden raten zu maßvollem Konsum

Die KVG empfiehlt Eltern daher, Kleinkindern keine glycerinhaltigen Slush-Ice-Getränke anzubieten. Ältere Kinder sollten diese nur gelegentlich und in kleinen Mengen konsumieren. Erwachsenen wird geraten, insbesondere große Mengen und einen raschen Konsum zu vermeiden.

Treten nach dem Verzehr Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel oder auffällige Benommenheit auf, sollte der Konsum beendet werden. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden empfiehlt die KVG, medizinischen Rat einzuholen.

Zusätzlich weist die AGES darauf hin, dass Slush-Ice-Produkte häufig auch hohe Mengen Zucker enthalten können.

EU diskutiert Höchstgehalte

Auf Basis ihrer Bewertung empfiehlt die EFSA der Europäischen Kommission, numerische Höchstgehalte für Glycerin in Getränken zu prüfen. Nach Angaben der KVG werden entsprechende Grenzwerte auf EU-Ebene derzeit diskutiert. In Österreich werden die für Slush Ice verwendeten Fertigmischungen überwiegend importiert.

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