Starker Durst, häufiges Wasserlassen oder unerklärlicher Gewichtsverlust können erste Hinweise auf Typ-1-Diabetes sein. Die Österreichische Gesundheitskasse macht auf die Bedeutung einer raschen Diagnose aufmerksam. Denn bleibt die Erkrankung unerkannt, droht eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung.
Typ-1-Diabetes zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die ersten Beschwerden entwickeln sich mitunter innerhalb weniger Tage oder Wochen. Besonders bei kleinen Kindern ist es nicht immer einfach, die Anzeichen richtig einzuordnen. Eine verzögerte Diagnose kann jedoch schwerwiegende Folgen haben.
Welche Symptome auf Typ-1-Diabetes hinweisen
Zu den typischen Warnzeichen gehören ausgeprägter Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust und ungewöhnliche Müdigkeit. Auch erneutes Einnässen bei bereits trockenen Kindern kann auf die Erkrankung hindeuten. Seltener treten auffällige Infektionen oder eine plötzlich verschlechterte Sehkraft auf.
Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch Diabetes. Kommen mehrere bislang ungewohnte Beschwerden zusammen, ist laut ÖGK allerdings eine rasche ärztliche Untersuchung wichtig.
Bleibt der Insulinmangel unbehandelt, kann sich eine diabetische Ketoazidose entwickeln. Diese akute Stoffwechselentgleisung ist lebensbedrohlich. Nach Angaben der ÖGK liegt sie bei fast der Hälfte der betroffenen Kinder bereits zum Zeitpunkt der Erstdiagnose vor. Bei entsprechendem Verdacht können zunächst eine Blutzuckermessung aus der Fingerkuppe oder eine Urinuntersuchung Hinweise liefern. Zur Sicherung der Diagnose sind weitere Untersuchungen notwendig.
Autoimmunerkrankung statt Folge des Lebensstils
Bei Typ-1-Diabetes richtet sich das Immunsystem gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dadurch verliert der Körper die Fähigkeit, ausreichend eigenes Insulin herzustellen.
Anders als häufig angenommen, entsteht die Erkrankung nicht durch einen hohen Zuckerkonsum, Bewegungsmangel oder eine ungesunde Ernährung. Die Ursachen der Autoimmunreaktion sind noch nicht vollständig erforscht. Als mögliche Einflussfaktoren werden genetische Veranlagung, Virusinfektionen und Umweltfaktoren.
Nach der Diagnose benötigen die betroffenen Kinder dauerhaft Insulin sowie eine spezialisierte medizinische Betreuung. Glukosesensoren, Insulinpumpen und digitale Anwendungen können die Behandlung unterstützen. Einen wichtigen Bestandteil der Versorgung bilden außerdem Schulungen, die Kinder und ihre Familien auf den Umgang mit der Erkrankung im Alltag vorbereiten.
Forschungsprojekt untersucht psychische Belastungen
Neben der körperlichen Behandlung rückt auch die psychische Gesundheit junger Menschen mit Typ-1-Diabetes in den Fokus. Dr. Gabriele Berger, Kinderärztin im Gesundheitszentrum Floridsdorf der ÖGK, wurde 2026 mit dem Forschungspreis der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ausgezeichnet. Ihr Projekt „SCREEN-the-Teen“ untersucht den Einsatz einer eigens entwickelten App zur frühzeitigen Erkennung psychischer Belastungen bei Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes.
Die erhobenen Ergebnisse werden dem Behandlungsteam unmittelbar bereitgestellt. Dadurch soll zusätzlicher Unterstützungsbedarf rascher erkannt werden. Nach Abschluss einer erfolgreichen Pilotphase ist eine österreichweite Ausweitung vorgesehen.




