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Österreichische Gebärdensprache wird AHS-Fremdsprache

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Mit dem Schuljahr 2026/27 wird die Österreichische Gebärdensprache in der AHS-Oberstufe als zweite lebende Fremdsprache eingeführt. Der Österreichische Gehörlosenbund sieht darin einen wichtigen Schritt für die Chancengleichheit gehörloser und schwerhöriger Schülerinnen und Schüler. Für einen breiteren Ausbau braucht es jedoch noch ausreichend qualifizierte Lehrkräfte.

Mit Beginn des neuen Schuljahres erhält die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) einen neuen Stellenwert im österreichischen Bildungswesen. In der AHS-Oberstufe kann ÖGS erstmals als zweite lebende Fremdsprache unterrichtet werden. Das Angebot richtet sich sowohl an gehörlose und schwerhörige als auch an hörende Schülerinnen und Schüler.

Die Einführung wird schrittweise erfolgen. Deshalb wird das neue Fach zunächst nicht flächendeckend an allen Schulen angeboten.

Zwei Wege zum Erlernen der Gebärdensprache

Der Lehrplan für die AHS-Oberstufe unterscheidet zwischen ÖGS I und ÖGS II. ÖGS I richtet sich an Schülerinnen und Schüler ohne entsprechende Vorkenntnisse. Für Jugendliche, die bereits Gebärdensprache beherrschen ist ÖGS II vorgesehen.

ÖGS kann dabei unter anderem als Pflichtgegenstand „Zweite Lebende Fremdsprache“, als alternativer Pflichtgegenstand statt Latein oder Griechisch oder als Wahlpflichtgegenstand gewählt werden.

Nach Angaben des Österreichischen Gehörlosenbunds (ÖGLB) sollen Schülerinnen und Schüler in ÖGS I bis zur 8. Klasse ein Niveau von A2-B1 erreichen. Bei ÖGS II ist ein Niveau von B1-B2 vorgesehen. Auch in ÖGS zu maturieren ist vorgesehen. Dies soll ab dem Schuljahr 2029/2030 möglich sein.

ÖGLB begrüßt Aufwertung der ÖGS

Für den Österreichischen Gehörlosenbund ist die Einführung ein wichtiger Schritt. Der Verband begrüßt insbesondere, dass ÖGS in der AHS-Oberstufe als vollwertige visuell-gestische Sprache neben Lautsprachen gelehrt wird.

Der ÖGLB verbindet damit bessere Bildungschancen für gehörlose und schwerhörige Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig sieht der Verband noch weiteren Handlungsbedarf. Sein langfristiges Ziel ist ein bilingualer beziehungsweise bimodaler Unterricht, bei dem ÖGS und Lautsprache gleichberechtigt als Unterrichtssprachen eingesetzt werden können.

Kritik am Angebot für jüngere Schülerinnen und Schüler

Für die Schulstufen 1 bis 8, also in der Volksschule und weitere 4 Jahre in einer weiterführenden Schule, besteht ein Lehrplanzusatz im Förderbereich Hören und Kommunikation. Dieser kann an Schulen eingesetzt werden, wenn ein Sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich Hören/Kommunikation vorliegt.

Der Lehrplanzusatz umfasst unter anderem verbindliche Übungen zum Erlernen der Österreichischen Gebärdensprache mit einem wöchentlichen Ausmaß von ein bis zwei Stunden.

Dem ÖGLB geht diese Regelung nicht weit genug. Der Verband fordert, ÖGS bereits in der Volksschule und Sekundarstufe I als vollwertige visuell-gestische Sprache zu vermitteln. Ziel sei ein aufbauender Sprachunterricht von der 1. bis zur 12. Schulstufe.

Lehrpersonal bleibt eine Herausforderung

Eine wesentliche Voraussetzung für den Ausbau ist ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal. Nach Ansicht des Österreichischen Gehörlosenbunds sollten insbesondere native Signers, also taube gebärdensprachliche Personen, als ÖGS-Lehrkräfte eingesetzt werden.

Dafür müssten gehörlose und schwerhörige Menschen entsprechenden Zugang zu pädagogischen Ausbildungen erhalten. Der ÖGLB fordert außerdem Ressourcen für die Aus- und Weiterbildung gehörloser, schwerhöriger und hörender Lehrkräfte sowie für die Entwicklung geeigneter Lehr- und Lernmaterialien.

Auch beim Start in der AHS-Oberstufe zeigt sich die Personalherausforderung. ÖGS wird mit Beginn des Schuljahres 2026/27 zunächst nur an einzelnen Schulen angeboten. Der weitere Ausbau hängt damit wesentlich davon ab, ob ausreichend qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung stehen.

Neue Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler

Mit dem Start im Schuljahr 2026/27 findet die Österreichische Gebärdensprache nun auch als Fremdsprache Eingang in die AHS-Oberstufe. Für gehörlose, schwerhörige und hörende Schülerinnen und Schüler entsteht damit eine weitere Möglichkeit, ÖGS im regulären Schulunterricht zu erlernen und bis zur Matura weiterzuführen.

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