US-Präsident Donald Trump will die Impfempfehlungen für Kinder in den USA deutlich reduzieren. Künftig soll seine Regierung nur noch Impfungen gegen elf Krankheiten als zentrale Empfehlungen für alle Kinder anerkennen. Auch den kombinierten MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln stellt Trump infrage. Für einen besonderen Nutzen einer Aufteilung des Impfstoffs sieht die US-Gesundheitsbehörde CDC jedoch keine wissenschaftlichen Belege.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will ihren Kurs bei Kinderimpfungen ändern. Mit einer neuen Anordnung erklärte Trump, dass seine Regierung künftig nur noch Impfungen gegen elf Krankheiten als zentrale Empfehlungen für alle Kinder anerkennen werde. Damit würden die bisherigen Impfempfehlungen deutlich reduziert.
Ob und in welchem Ausmaß die Anordnung unmittelbar Auswirkungen haben wird, war zunächst unklar. Bereits im März war eine ähnliche Adaption von einem Bundesgericht vorläufig gestoppt worden. Hinzu kommt, dass viele Impfregeln in den USA in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten fallen.
Von der geplanten Änderung wären unter anderem Impfungen gegen Hepatitis B, COVID-19 und Grippe betroffen. Diese sollen demnach nicht mehr pauschal für alle Kinder empfohlen werden.
Eltern sollen sich laut Trump dennoch weiterhin für sämtliche Impfungen entscheiden können. Der US-Präsident betonte dies bei der Unterzeichnung der Anordnung im Weißen Haus. Nach Angaben der Regierung sollen die Versicherungen die Impfungen weiterhin übernehmen.
Trump stellt Kombinationsimpfung infrage
Neben einer Reduktion der allgemeinen Impfempfehlungen fordert Trump Änderungen bei der Verabreichung des MMR-Impfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln. Der kombinierte Impfstoff soll nach seinen Vorstellungen möglichst durch drei einzelne Impfungen ersetzt werden. Diese sollen zudem zu unterschiedlichen Zeitpunkten verabreicht werden. Trump begründete diese Forderung mit möglichen gesundheitlichen Gefahren der kombinierten Impfung. Zusammen könnten die Impfstoffe möglicherweise „ziemlich tödlich“ sein, sagte der US-Präsident.
Auf Nachfrage eines Journalisten, ob es Belege für diese Aussage gebe, antwortete Trump: „Nein.“ Er habe jedoch von Menschen gehört, die dies behaupteten.
Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sind in den USA derzeit allerdings nicht verfügbar. Eine Umstellung auf drei getrennte Impfungen wäre damit unter den derzeitigen Bedingungen nicht ohne weiteres möglich.
Verbindung zu Autismus-Debatte
Trump stellte seinen neuen Kurs bei Kinderimpfungen auch in Zusammenhang mit Autismus. Er sagte, weniger Impfungen und eine zeitliche Trennung der einzelnen Impfungen könnten möglicherweise dazu beitragen, die Zahl der Autismus-Diagnosen zu senken.
Für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus gibt es laut großen wissenschaftlichen Untersuchungen jedoch keine Belege.
Auch für einen besonderen Nutzen einer Aufteilung des MMR-Impfstoffs in einzelne Impfungen gibt es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC keine wissenschaftlichen Belege. Damit steht Trumps Forderung nach einer getrennten Verabreichung der drei Impfstoffkomponenten nicht im Einklang mit dieser wissenschaftlichen Einordnung.
Experten warnen vor längeren Impflücken
Eine Aufteilung der MMR-Impfung hätte zudem praktische Konsequenzen. Statt einer kombinierten Impfung wären zusätzliche Arzttermine erforderlich, sofern entsprechende Einzelimpfstoffe verfügbar wären.
Gesundheitsexperten warnen davor, dass Kinder dadurch länger ungeschützt bleiben könnten. Außerdem bestehe die Gefahr, dass später vorgesehene Impfungen nicht mehr durchgeführt werden.
Wie die von Trump angekündigte Neuausrichtung der Impfempfehlungen konkret umgesetzt werden kann, bleibt zunächst offen.




