Start News Welt-Nichtrauch-Tag: Krebshilfe warnt vor neuem Nikotintrend

Welt-Nichtrauch-Tag: Krebshilfe warnt vor neuem Nikotintrend

Der Konsum klassischer Zigaretten geht bei Jugendlichen zurück. Gleichzeitig steigen laut Österreichischer Krebshilfe E-Zigaretten, Nikotinbeutel und Tabakerhitzer stark an. Besonders Jugendliche seien gefährdet.

Zum Welt-Nichtrauch-Tag am 31. Mai macht die Österreichische Krebshilfe auf eine Verschiebung beim Nikotinkonsum aufmerksam. Während klassische Zigaretten bei Jugendlichen an Bedeutung verlieren, gewinnen alternative Nikotinprodukte wie E-Zigaretten, Nikotinbeutel oder Tabakerhitzer zunehmend Marktanteile. Besonders betroffen seien Kinder und Jugendliche.

Nikotinkonsum bei Jugendlichen steigt wieder

Laut den in der Aussendung zitierten Zahlen rauchen in Österreich derzeit vier bis sechs Prozent der 15-Jährigen klassische Zigaretten. Gleichzeitig konsumieren acht Prozent täglich E-Zigaretten. Nikotinbeutel, Snus oder Kautabak werden zudem von sechs Prozent täglich und von 16 Prozent monatlich genutzt.

Die Österreichische Krebshilfe sieht darin eine neue Form der Nikotinabhängigkeit. Der durchschnittliche Einstieg in den Konsum erfolge bereits mit 15 Jahren – in einer Entwicklungsphase von Gehirn und Lunge. Laut den zitierten Studien steigt dadurch das Risiko einer langfristigen Abhängigkeit.

Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda spricht von einer problematischen Entwicklung. Neue Produkte würden den Rückgang beim klassischen Rauchen mehr als ausgleichen. Aus Sicht der Organisation sollte Österreich strengere Regeln für Nikotinbeutel einführen. In Ländern wie Belgien oder den Niederlanden seien diese Produkte bereits verboten.

WHO setzt Fokus auf Jugendschutz

Der Welt-Nichtrauch-Tag 2026 steht unter dem Motto „Unmasking the appeal – countering nicotine and tobacco addiction“ („Die Faszination entlarven – Nikotin- und Tabaksucht bekämpfen“). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert dabei strengere Werbeverbote, Einschränkungen bei Aromastoffen und strengere Verpackungsregeln zum Schutz Jugendlicher.

Die Österreichische Krebshilfe kritisiert in diesem Zusammenhang die österreichische Regulierungspolitik. Insbesondere die Verschiebung geplanter Werbeverbote für Nikotinbeutel wird als problematisch bezeichnet.

Viele nutzen mehrere Produkte gleichzeitig

Rund 24 Prozent der österreichischen Bevölkerung konsumieren laut Aussendung täglich Rauchwaren, elektronische Inhalationsprodukte oder rauchfreie Nikotinerzeugnisse. Etwa zehn Prozent aller Todesfälle in Österreich werden mit Tabakrauchen und Passivrauchen in Verbindung gebracht.

Gleichzeitig würden viele Konsumentinnen und Konsumenten E-Zigaretten nicht als Ersatz, sondern zusätzlich zu klassischen Rauchwaren verwenden. Laut Krebshilfe nutzen 78 Prozent der E-Zigaretten-Konsumierenden weiterhin auch klassische Zigaretten oder Zigarren.

Krebshilfe verweist auf Rauchstopp-Angebote

Die Österreichische Krebshilfe verweist anlässlich des Aktionstags auf ihre Plattform dontsmoke.at. Dort stehen Informationen zum Rauchstopp, Unterstützungsangebote sowie ein kostenloser Online-Risikocheck zur Verfügung. Zusätzlich läuft laut Aussendung eine TikTok-Kampagne, um Jugendliche direkt anzusprechen.

Apotheke als wichtige Anlaufstelle

Apotheken können beim Thema Rauchstopp eine wichtige Rolle übernehmen. Sie sind für viele Betroffene niederschwellige Anlaufstellen und können über Nikotinersatzprodukte, Entwöhnungsmöglichkeiten und unterstützende Angebote informieren.

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