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Kommunikation der US-Gesundheitsbehörde CDC senkt Impfbereitschaft

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Eine US-Studie mit 2.989 Teilnehmenden zeigt: Geänderte Aussagen der CDC zu Impfungen und Autismus schwächen Vertrauen und erhöhen Skepsis. Forschende warnen vor weitreichenden Folgen für die öffentliche Gesundheit.

Die Kommunikation von Gesundheitsbehörden beeinflusst maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung. Eine aktuelle Studie unter Leitung der Universität Wien zeigt nun, welche Folgen eine veränderte Botschaft der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) haben kann. Sie senkt die Impfbereitschaft, schwächt das Vertrauen in Institutionen und fördert zudem wissenschaftsfeindliche Einstellungen. Das Fachjournal Science veröffentlichte die Ergebnisse.

Änderung der CDC-Kommunikation im Fokus

Im November 2025 änderte die CDC unter Druck der Trump-Regierung ihre Kommunikation zu Impfungen und Autismus. Zuvor stellte die CDC den wissenschaftlichen Konsens klar dar: Es besteht kein ursächlicher oder statistischer Zusammenhang. In der neuen Version schließt die Behörde einen Zusammenhang nicht aus und betont den Bedarf an weiterer Forschung.

Ein internationales Forschungsteam aus Wien, Erfurt, Hamburg und Kopenhagen untersuchte die Auswirkungen dieser Änderung. Geleitet wurde die Studie von Dr. Robert Böhm von der Universität Wien.

Online-Studie mit knapp 3.000 Teilnehmenden

An der Untersuchung nahmen 2.989 Erwachsene in den USA teil. Die Teilnehmenden wurden in Gruppen eingeteilt und erhielten unterschiedliche Versionen der CDC-Informationen:

  • die ursprüngliche Version mit klarem wissenschaftlichem Konsens
  • die abgeänderte Version mit betonter Unsicherheit
  • keine Mitteilung

So konnten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter gezielt messen, wie sich die jeweilige Kommunikation auf Einstellungen und Verhalten auswirkt.

Zweifel steigen, Impfbereitschaft sinkt

Die Ergebnisse sind eindeutig: Personen, die die abgeänderte Version lasen, schätzten Nebenwirkungen von Impfungen als wahrscheinlicher ein, hatten größere Sicherheitsbedenken und zeigten eine geringere Bereitschaft, sich impfen zu lassen.

„Unsere Studie zeigt, dass die Art der Kommunikation selbst ein Risikofaktor sein kann“, sagt Alina Schneider von der Universität Wien.

„Es geht nicht darum, wissenschaftliche Unsicherheit grundsätzlich zu verschweigen. Entscheidend ist, dass sie passend zur tatsächlichen Evidenz kommuniziert wird – besonders bei Themen, zu denen es bereits einen breiten wissenschaftlichen Konsens gibt“, ergänzt Dr. Cornelia Betsch von der Universität Erfurt und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Folgen für Gesundheitssystem und Gesellschaft

Eine sinkende Impfbereitschaft hat weitreichende Konsequenzen. Lau Lilleholt von der Universität Kopenhagen warnt, dass bereits ein moderater Rückgang der Impfquote zu mehr vermeidbaren Erkrankungen sowie einer höheren Belastung des Gesundheitssystems und der Gesellschaft führen könne. 

Das Vertrauen in die CDC sank deutlich. Gleichzeitig stieg die Zustimmung zu typischen Mustern der Wissenschaftsleugnung, etwa selektivem Zitieren oder unrealistischen Beweisforderungen.

Appell für evidenzbasierte Gesundheitskommunikation

Die Autorinnen und Autoren werten die Ergebnisse als klares Signal.  Änderungen in der Gesundheitskommunikation sind alles andere als nebensächlich. Sie können Einstellungen und außerdem das Verhalten nachhaltig beeinflussen.

Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter plädieren daher für klare Richtlinien: Gesundheitsbehörden sollten Änderungen transparent machen, konsequent an der Evidenz ausrichten und möglichst vorab testen, wie Botschaften in der Bevölkerung verstanden werden.

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