Rauchen zählt zu den größten vermeidbaren Risiken für die Augengesundheit. Neue Daten zeigen, wie stark Tabakkonsum das Risiko für schwere Augenerkrankungen erhöht und warum ein Rauchstopp in jedem Alter sinnvoll ist.
Rauchen wirkt sich nicht nur auf Lunge und Herz aus. Auch die Augen leiden erheblich unter Tabakkonsum. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin. Demnach lassen sich bis zu 20 Prozent aller neuen Erblindungen ab dem 50. Lebensjahr auf das Rauchen zurückführen. Gleichzeitig steigt das Risiko für zentrale Augenerkrankungen deutlich an.
Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich langsam. Wer raucht, beschleunigt diese Prozesse jedoch deutlich. Tabakrauch enthält zahlreiche giftige Substanzen, die verschiedene Strukturen im Auge schädigen. Die Durchblutung wird gestört, Entzündungen werden gefördert und Nervenzellen werden angegriffen. Auch der oxidative Stress im empfindlichen Gewebe nimmt zu. Schon geringe Mengen an Zigaretten können messbare Schäden verursachen.
Erhöhtes Risiko für Makuladegeneration
Besonders stark zeigt sich der Einfluss des Rauchens bei der altersabhängigen Makuladegeneration. Das Risiko, an dieser Erkrankung zu leiden, ist bei Rauchenden zwei- bis dreimal so hoch wie bei Nichtrauchenden. Zudem treten erste Anzeichen oft deutlich früher auf. Auch schwere Verlaufsformen entwickeln sich häufiger.
Ein Rauchstopp kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Selbst im höheren Alter profitieren Betroffene davon. Das Fortschreiten der Erkrankung lässt sich verlangsamen und das Risiko für schwere Stadien reduzieren.
Schäden am Sehnerv und Glaukom
Rauchen wirkt sich auch auf den Sehnerv aus. Das Risiko für ein Glaukom ist etwa doppelt so hoch, wie bei Nichtrauchenden. Gleichzeitig schreitet die Erkrankung schneller voran, da Nervenfasern verstärkt geschädigt werden.
Wer mit dem Rauchen aufhört, kann sein Risiko deutlich senken. Ehemalige Rauchende liegen nur noch rund 25 Prozent über dem Risiko von Nichtrauchenden. Das zeigt, dass sich ein Rauchstopp auch hier lohnt.
Weitere Augenerkrankungen begünstigt
Neben Makuladegeneration und Glaukom stehen auch andere Erkrankungen in Zusammenhang mit Tabakkonsum. Dazu zählt die endokrine Orbitopathie, die häufig bei Morbus Basedow auftritt. Rauchen verschlechtert den Verlauf dieser Erkrankung und mindert die Wirksamkeit von Therapien.
Auch bei Diabetes Typ 1 wirkt sich Rauchen negativ auf die Augengesundheit aus. Es fördert die Entwicklung von Netzhautschäden. Darüber hinaus begünstigt Tabakrauch das sogenannte trockene Auge. Schätzungen zufolge sind rund 15 Prozent der Bevölkerung von entsprechenden Beschwerden betroffen. Rauch verstärkt Reizungen und Entzündungen der Augenoberfläche.
Risiken für ungeborene Kinder
Auch während der Schwangerschaft hat Rauchen Auswirkungen auf die Augengesundheit. Kinder von rauchenden Müttern entwickeln häufiger Fehlbildungen der Augen sowie Sehfehler wie Kurzsichtigkeit oder Schielen. Zudem benötigen sie häufiger medizinische Behandlung aufgrund von Augenproblemen.
Fachleute empfehlen daher, bereits bei Kinderwunsch auf Tabak- und Nikotinprodukte zu verzichten. Für E-Zigaretten liegen derzeit noch nicht ausreichend Daten vor. Ein Verzicht wird dennoch angeraten.
Rauchstopp bringt klare Vorteile
Rauchen ist ein zentraler Risikofaktor für zahlreiche Augenerkrankungen. Ein Rauchstopp kann das Risiko deutlich senken und den Verlauf bestehender Erkrankungen positiv beeinflussen. Bereits eingetretene Schäden lassen sich jedoch nicht rückgängig machen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern und den Tabakkonsum zu beenden.
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