Start Wissenschaft Fast ein Drittel der Europäer leidet an Schlafstörungen

Fast ein Drittel der Europäer leidet an Schlafstörungen

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Eine neue europäische Datenanalyse unter Mitwirkung österreichischer Forschender zeigt: Schlafstörungen wie Schlafapnoe oder Schlaflosigkeit betreffen rund 31 Prozent der Erwachsenen – mit enormen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen.

Eine umfassende Analyse von Schlafstörungen in Europa zeigt, dass 31 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen sind – deutlich mehr als bisher angenommen. Die daraus entstehenden ökonomischen Kosten betragen hunderte Milliarden Euro jährlich. An der im European Journal of Neurology veröffentlichten Studie war auch ein Team aus Österreich beteiligt.

Für die Studie wurden wissenschaftliche Veröffentlichungen aus dem Zeitraum zwischen Jänner 2020 und April 2023 systematisch ausgewertet. Analysiert wurden Daten aus 47 europäischen Ländern, wobei die wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund fehlender Informationen nur für 30 Länder berechnet werden konnten.

Fünf Schlafstörungen im Fokus

Berücksichtigt wurden in der Analyse folgende Krankheitsbilder:

  • Obstruktive Schlafapnoe (OSA) – häufige Atemaussetzer im Schlaf
  • Schlaflosigkeit (Insomnie)
  • Restless-Legs-Syndrom (RLS) – Bewegungsdrang in den Beinen
  • Narkolepsie – unkontrollierbare Tagesschläfrigkeit
  • REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) – Verlust der Muskellähmung im Traumschlaf

Die Studie schätzt, wie viele Erwachsene in Europa an den jeweiligen Schlafstörungen leiden. Die berechneten Häufigkeiten (Prävalenzen) zeigen, dass rund 18 Prozent der Erwachsenen von obstruktiver Schlafapnoe (OSA) betroffen sind, gefolgt von Schlaflosigkeit mit 10 Prozent und dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) mit 3 Prozent. Narkolepsie tritt bei etwa 0,03 Prozent der Bevölkerung auf, die REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) betrifft rund 0,009 Prozent.

Enorme wirtschaftliche Belastung

Neben den gesundheitlichen Auswirkungen verdeutlicht die Studie auch die hohe wirtschaftliche Relevanz von Schlafstörungen. Der direkte Anteil der Kosten liegt bei 48 Prozent (Arztbesuche, Diagnostik, Medikamente), die indirekten Kosten (z.B. Produktivitätsverlust, häufigere Krankheit, etc.) machen 52 Prozent aus.

Die Analyse verdeutlicht, dass Schlafstörungen nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein erhebliches ökonomisches Problem darstellen. Besonders die obstruktive Schlafapnoe und Schlaflosigkeit verursachen hohe volkswirtschaftliche Schäden, während auch weitere Erkrankungen wie das Restless-Legs-Syndrom, Narkolepsie und die REM-Schlaf-Verhaltensstörung erheblich zu den Gesamtkosten beitragen. Insgesamt belaufen sich die jährlichen Kosten in Europa auf mehrere hundert Milliarden Euro.

„Die unerwartet hohe Prävalenz und die erhebliche wirtschaftliche Belastung durch Schlafstörungen stehen im Gegensatz zur allgemein vernachlässigten Rolle der Schlafgesundheit in Strategien der öffentlichen Gesundheit“, betonen die Studienautorinnen und Autoren.

Beteiligung aus Österreich

Die Studie wurde von einem internationalen Team rund um Dr. Claudio Bassetti (Universität Bern) durchgeführt. Aus Österreich waren unter anderem Dr. Thomas Berger von der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien/AKH sowie weitere Fachleute beteiligt.

Mehr Aufmerksamkeit für Schlafgesundheit gefordert

Die Ergebnisse zeigen: Schlafstörungen sind ein weitreichendes, bislang unterschätztes Gesundheitsproblem mit enormer gesamtgesellschaftlicher Relevanz. Fachleute fordern daher, der Schlafgesundheit deutlich mehr Priorität in der öffentlichen Gesundheitsstrategie einzuräumen.

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