Im September rückt der Childhood Cancer Awareness Month Kinderkrebs und die Forschung an neuen Behandlungsansätzen weltweit in den Fokus. Die St. Anna Kinderkrebsforschung verweist dabei auf Fortschritte bei zielgerichteten Therapien, molekularer Diagnostik und Präzisionsmedizin und auf die Bedeutung internationaler Forschungsnetzwerke bei seltenen Tumorerkrankungen.
Jedes Jahr erkranken laut St. Anna Kinderkrebsforschung europaweit rund 35.000 Kinder und Jugendliche an Krebs, in Österreich sind es etwa 300 bis 350. Der Childhood Cancer Awareness Month im September soll auf die besonderen Herausforderungen kindlicher Krebserkrankungen aufmerksam machen. Im Mittelpunkt stehen dabei Forschung, internationale Zusammenarbeit sowie die Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Nach Angaben der Forschungseinrichtung können heute in manchen Ländern mehr als 80 Prozent der betroffenen Kinder langfristig geheilt werden. Die aktuellen Forschungsziele reichen jedoch weiter: Rückfälle sollen verhindert oder früher erkannt, Therapien zielgerichteter gestaltet und Langzeitfolgen reduziert werden.
Prof. DDr. Caroline Hutter, Ärztliche Direktorin des St. Anna Kinderspitals und Institutsleiterin der St. Anna Kinderkrebsforschung, betont die biologischen Besonderheiten kindlicher Tumoren:
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – das gilt ganz besonders in der Krebsmedizin. Kindliche Tumore haben eine eigene Biologie und brauchen daher speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Diagnostik und Therapien. Für uns in der Klinik ist die enge Verbindung mit der Forschung deshalb entscheidend: Nur wenn wir die Besonderheiten dieser Erkrankungen immer besser verstehen, können wir Behandlungen gezielter weiterentwickeln und gleichzeitig die Belastungen und möglichen Langzeitfolgen für unsere jungen Patientinnen und Patienten reduzieren“.
Der internationale Kinderkrebsmonat entstand laut Aussendung in den 1990er-Jahren auf Initiative betroffener Familien. Heute nutzen ihn Forschungseinrichtungen, Kliniken, Patientenorganisationen und internationale Organisationen, um das Bewusstsein für Kinderkrebs zu stärken.
Translationale Forschung verbindet Labor und Klinik
Ein Schwerpunkt der modernen Kinderkrebsforschung liegt darauf, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung möglichst rasch in Diagnostik und Behandlung zu überführen. Dieser translationale Ansatz verbindet Grundlagenforschung, molekulare Diagnostik und klinische Anwendung.
An der St. Anna Kinderkrebsforschung arbeiten Wissenschafterinnen und Wissenschafter unterschiedlicher Disziplinen daran, die biologischen Ursachen kindlicher Tumoren besser zu verstehen. Weitere Forschungsziele sind die frühere Erkennung von Rückfällen und die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien. Die enge Zusammenarbeit mit dem St. Anna Kinderspital soll dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in die klinische Anwendung zu überführen.

Seltene Tumoren erfordern internationale Netzwerke
Viele Kinderkrebsarten zählen zu den seltensten Erkrankungen. Für einzelne Tumorarten gebe es weltweit oft nur wenige hundert Neuerkrankungen pro Jahr, heißt es in der Aussendung. Internationale Forschungsnetzwerke und die Zusammenarbeit mit kinderonkologischen Kliniken spielen deshalb eine wichtige Rolle.
Nach Angaben der St. Anna Kinderkrebsforschung werden am Institut klinische Studien geleitet, in denen Forschungsdaten von Tausenden an Krebs erkrankten Kindern aus ganz Europa zusammengeführt und ausgewertet werden. Der Austausch von Daten, Technologien und Wissen soll insbesondere bei seltenen Tumorarten dazu beitragen, neue Erkenntnisse für die Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten zu gewinnen.
Genomforschung und Präzisionsmedizin im Fokus
Die St. Anna Kinderkrebsforschung will den Childhood Cancer Awareness Month zudem nutzen, um Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte zu geben. Dazu zählen laut Aussendung innovative Modelle zur Entstehung von Tumoren, neue Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von Rückfällen, moderne Genomforschung sowie Ansätze der Präzisionsmedizin.
Die St. Anna Kinderkrebsforschung ist eine internationale und interdisziplinäre Forschungseinrichtung. Ihre Forschungsgruppen beschäftigen sich unter anderem mit Tumorgenomik und -epigenomik, Immunologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Bioinformatik und klinischer Forschung.




