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Neue OP-Methode bei Skoliose 

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Im Orthopädischen Spital Speising wurde bei schwerer Skoliose erstmals in Österreich die sogenannte bipolare Instrumentierung durchgeführt. Der innovative Eingriff könnte die Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Kinder und Jugendliche nachhaltig verbessern.

Neue OP-Methode bei Skoliose erstmals in Österreich angewendet

Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule, die häufig während des pubertären Wachstumsschubs auftritt. In Österreich sind schätzungsweise bis zu fünf Prozent der Bevölkerung betroffen. Leichte Skolioseformen lassen sich in der Regel konservativ behandeln, bei ausgeprägten Verläufen entscheiden sich Fachärztinnen und Fachärzte jedoch oft für eine Operation.

Im Orthopädischen Spital Speising wurde bei schwerer neuromuskulärer Skoliose erstmals in Österreich die sogenannte bipolare Instrumentierung durchgeführt. Der innovative Eingriff könnte die Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Kinder und Jugendliche nachhaltig verbessern.

Fokus auf komplexe Fälle mit neurologischer Grunderkrankung

Die neue Operationsmethode eignet sich besonders für Skoliosen mit neuromuskulären Ursachen, die zwar seltener auftreten, aber medizinisch besonders herausfordernd sind. Betroffen sind häufig Kinder mit schweren neurologischen Grunderkrankungen, bei denen eine konventionelle Behandlung oft nicht ausreicht.

Die bipolare Instrumentierung wurde ursprünglich in Frankreich entwickelt und durch Oberarzt Dr. Stefan Schenk vom Wirbelsäulenzentrum des Orthopädischen Spitals Speising erstmals nach Österreich gebracht. Erste Eingriffe wurden bereits erfolgreich durchgeführt.

Korrigierende Kräfte an zwei Polen

Im Unterschied zu herkömmlichen Verfahren setzt die neue Methode nicht direkt am Scheitelpunkt der Krümmung an. Stattdessen werden zwei feste Ankerpunkte außerhalb der Krümmung an der Wirbelsäule fixiert – einer im Bereich der oberen Brustwirbelsäule, der andere an der unteren Lendenwirbelsäule oder am Becken. Zwischen diesen „Polen“ werden Metallstäbe ohne durchgehenden Hautschnitt eingespannt, um die Wirbelsäule schrittweise in eine korrigierte Position zu bringen.

„Die Korrektur erfolgt nicht unbedingt auf einmal. Sie kann auch in Schritten durchgeführt werden, um dem anhaltenden Wachstum Rechnung zu tragen, und benötigt dann Monate, oftmals auch Jahre. Die Methode ist allerdings vielversprechend“, so Schenk.

Die neue Operationsmethode schont den anatomisch sensiblen Scheitelpunkt der Wirbelsäule, da dieser nicht direkt bearbeitet werden muss. Stattdessen stabilisieren die eingesetzten Kräfte die Wirbelsäule über zwei Ankerpunkte hinweg und ermöglichen so eine schrittweise Korrektur über einen längeren Zeitraum.

Die Behandlung von Kindern mit Skoliosen erfolgt im Orthopädischen Spital in Zusammenarbeit zweier Abteilungen: der Wirbelsäulenchirurgie und der Kinderorthopädie. Mit der neuen Operationsmethode lassen sich künftig auch komplexe Skolioseverläufe gezielter behandeln.

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