Start Wissenschaft Wie Bildschirmzeit die Herzgesundheit von Kindern beeinflusst

Wie Bildschirmzeit die Herzgesundheit von Kindern beeinflusst

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Kinder, die zu viel Zeit vor den Bildschirmen verbringen, haben ein erhöhtes Risiko an kardiovaskulären Erkrankungen zu leiden. Jede zusätzliche Stunde kann schaden. Prävention beginnt bei Medienerziehung und einem gesunden Schlafverhalten.

Kinder verbringen heute viel Zeit vor Bildschirmen – das ist bekannt. Neu ist jedoch die präzise Dokumentation der gesundheitlichen Folgen. Eine aktuelle dänische Studie, veröffentlicht im Journal of the American Heart Association, zeigt, dass Kinder mit hoher Bildschirmzeit häufiger kardiometabolische Risikofaktoren – etwa erhöhten Blutdruck, erhöhte Insulin- und Cholesterinwerte aufweisen.

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) warnt vor dieser besorgniserregenden Entwicklung. „Bereits jede zusätzliche Stunde Bildschirmzeit pro Tag wirkt sich negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus. Ab drei Stunden verschlechtern sich die Werte deutlich“, so die Autorinnen und Autoren der Studie.

Warum verbringen Kinder so viel Zeit vor Bildschirmen?

Ein Grund ist die ständige Verfügbarkeit digitaler Medien. Viele Kinder besitzen bereits früh ein eigenes Smartphone. Apps, Spiele und Streamingdienste setzen auf Belohnungsmechanismen, die eine lange Nutzung fördern. Auch das Verhalten der Eltern spielt eine Rolle. Wer selbst oft zum Handy greift, beeinflusst das Nutzungsverhalten der Kinder unbewusst mit. 

Schlafmangel verstärkt die negativen Effekte

Kritisch wird es, wenn durch übermäßige Bildschirmzeit ein Schlafmangel hinzukommt. Dieser entsteht, wenn Kinder durch lange Bildschirmzeiten später schlafen gehen oder durch Inhalte mit beunruhigendem Charakter (z.B. Gewalt) schlechter einschlafen oder Albträume bekommen. Auch Bewegungsmangel, der mit sitzender Bildschirmzeit einhergeht, kann zu Schlafstörungen führen.

Zwar handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine Kausalität belegen kann, doch die Ergebnisse zeigen klar, wie eng Bildschirmzeit, Schlafverhalten und Gesundheit bei Kindern verknüpft sind. 

Mediennutzung bewusst gestalten

Umso wichtiger ist eine aktive Vorbildfunktion von Eltern. Denn wer selbst ständig zum Smartphone greift oder dieses zur Kinderberuhigung nutzt, beeinflusst nachhaltig das Medienverhalten des Kindes. 

Mehrere Initiativen und Plattformen unterstützen daher Eltern beim bewussten Umgang mit digitalen Medien:

SMARTaufwachsen: Die Initiative fördert die Aufklärung über einen bewussten Umgang mit digitalen Medien. Sie ist geprägt von enger Zusammenarbeit mit Eltern, Pädagoginnen, Pädagogen, medizinischen Fachpersonen sowie Kindern und Jugendlichen. 

Saferinternet.at: ist eine österreichische Informations- und Koordinierungsstelle im Safer Internet-Netzwerk der Europäischen Union. Durch Workshops an Schulen, verschiedenen Veranstaltungen, Broschüren und Flyern werden Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrenden Unterstützung und praktische Tipps für eine sichere und verantwortungsvolle Nutzung des Internets angeboten.

MAPA-Modell: Die Universität Klagenfurt schlägt mit ihrem Modell vier zentrale Prinzipien für eine zeitgemäße Medienerziehung vor. 

  • Modell sein
  • aktiv partizipieren
  • präsent sein
  • aufmerksam sein

Gesund aufwachsen in einer digitalen Welt

Eine bewusste Mediennutzung ist kein Luxus, sondern eine wichtige Maßnahme für die Gesundheit von Kindern. Bildschirmzeit beeinflusst nicht nur Konzentration und Schlaf, sondern wahrscheinlich auch direkt das Herz-Kreislauf-System. Eltern, Schulen und Gesellschaft stehen gemeinsam in der Verantwortung, Kindern gesunde Alternativen zu bieten. Wer früh klare Regeln, Vorbilder und medienfreie Zeiten schafft, legt den Grundstein für ein gesundes Aufwachsen in einer digitalen Welt.

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