Start Wissenschaft Med Uni Graz erforscht Gen-Risiko bei Fettleber

Med Uni Graz erforscht Gen-Risiko bei Fettleber

Ein neues Projekt an der Medizinischen Universität Graz untersucht genetische Risikofaktoren der Lebersteatose. Im Zentrum steht das PNPLA3-Gen – ein potenzieller Biomarker für personalisierte Therapien.

Fettleber betrifft weltweit jede vierte Person

Die Fettleber (Lebersteatose) zählt zu den häufigsten chronischen Lebererkrankungen weltweit. Etwa 25 Prozent der Weltbevölkerung sind betroffen – Tendenz steigend. Die Erkrankung verläuft anfangs oft symptomlos und wird daher spät erkannt. Unbehandelt kann sie zu schweren Folgeschäden wie Leberentzündung, Zirrhose oder Leberkrebs führen. Neben bekannten Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 oder Alkoholkonsum rücken nun vermehrt auch genetische Faktoren in den Fokus der Forschung.

Variante im PNPLA3 erhöht das Risiko deutlich

Ein Forschungsteam rund um Ass.-Prof. Dr. Gernot Grabner vom Gottfried Schatz Forschungszentrum der Medizinischen Universität Graz untersucht derzeit in einem neuen Forschungsprojekt die Rolle genetischer Faktoren bei der Entstehung der Fettleber. Denn im Zentrum steht eine Variante des PNPLA3-Gens, die bei rund 20 Prozent der Bevölkerung vorkommt. Sie ist mit einem erhöhten Risiko für eine Leberverfettung verbunden – unabhängig von Übergewicht oder Alkoholkonsum.

„Die Genetik ist kein Schicksal – aber sie liefert uns entscheidende Hinweise darauf, wer besonders gefährdet ist“, erklärt Grabner. „Wenn wir verstehen, wie PNPLA3 funktioniert, können wir gezielt eingreifen, bevor irreversible Leberschäden entstehen.“

Auszeichnung für Forschung aus Graz

Für die Erforschung der PNPLA3-Genfunktion wurde das Team mit dem renommierten ASTRA-Preis des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF ausgezeichnet. Die Förderung ermöglicht die Umsetzung des Projekts.

Ziel ist es, die molekularen Mechanismen hinter der Genvariante zu entschlüsseln und neue chemische Werkzeuge für die Forschung zu entwickeln. Langfristig soll das Projekt den Weg für individualisierte Therapieansätze ebnen – insbesondere für Menschen mit genetisch erhöhtem Risiko.

Kooperation über Ländergrenzen hinweg

Neben der Medizinischen Universität Graz sind auch die Technische Universität Graz, die Universität Graz, die Medizinische Universität Wien sowie die Universität Leiden in den Niederlanden beteiligt. Das Projekt startet im Jänner 2026 und läuft über einen Zeitraum von fünf Jahren.

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