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Weihnachten: Wenn der seelische Druck steigt

Zur Weihnachtszeit verstärken sich oft Sorgen, Überforderung und Einsamkeit – familiäre Konflikte brechen auf, der Druck im Beruf steigt, viele Menschen fühlen sich allein. Psychische Belastungen nehmen in dieser Zeit deutlich zu. PharmaNow zeigt, welche Unterstützungsangebote es gibt – und welche konkreten Maßnahmen helfen können.

Weihnachten gilt als „besinnliche Zeit“ – doch für viele ist sie das Gegenteil. Laut dem Hilfswerk Österreich steigt in diesen Wochen die Zahl jener, die professionelle Unterstützung suchen, deutlich an. Auch Menschen mit psychischen Erkrankungen, pflegende Angehörige sowie Trauernde erleben die Feiertage häufig als besonders belasten. 

Für Alleinstehende kann die Zeit der Begegnungen besonders schmerzhaft und leer sein. Zugleich führen in Patchwork- oder Mehrgenerationenfamilien unausgesprochene Konflikte, alte Verletzungen sowie überhöhte Erwartungen oft zu Spannungen. Gleichzeitig steigt der Druck im Berufsleben – etwa im Handel, in Gesundheitsberufen oder durch Jahresabschlüsse in der Verwaltung.

Rund um die Weihnachtsfeiertage gelangen viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen an ihre physischen und psychischen Grenzen. Darauf weist die klinische Psychologin Martina Genser-Medlitsch vom Hilfswerk Österreich hin. Besonders betont wird dabei die Bedeutung frühzeitiger Unterstützung, um eine Eskalation seelischer Belastungen zu vermeiden. 

Psychische Erste Hilfe: Diese Anlaufstellen sind rund um die Uhr erreichbar

In Österreich gibt es zahlreiche Anlaufstellen und Unterstützungsangebote, an die man sich in Notsituationen oder bei seelischen Tiefpunkten wenden kann. 

Folgende Einrichtungen bieten zum Beispiel auch an den Feiertagen professionelle Hilfe an: 

Apotheken als soziale Kontaktstelle – besonders zur Weihnachtszeit

Nicht alle suchen Hilfe bei einer Beratungsstelle. Gerade in der kalten Jahreszeit kommen viele Menschen täglich in die Apotheke – nicht nur wegen Medikamenten. Für manche ist es der einzige soziale Kontakt. Pharmazeutisches Personal erlebt das täglich hautnah: einsame Stammkundinnen und -kunden, Gespräche über Sorgen, manchmal Tränen.

Diese persönliche Nähe bietet Apotheken die Möglichkeit, auf Unterstützungsangebote hinzuweisen – etwa mit:

  • Infotelefonnummern auf dem Kassabon
  • Flyern mit Adressen von Hilfseinrichtungen
  • Plakaten im Sichtbereich der Offizin
  • aktiver Ansprache bei erkennbarer Belastung

Diese niedrigschwellige Information kann den entscheidenden Impuls geben, sich Hilfe zu holen – anonym, kostenlos und ohne Wartezeit.

Empfehlungen für den Alltag: Weniger Druck, mehr Menschlichkeit

Das Hilfswerk empfiehlt, Warnzeichen ernst zu nehmen und mit realistischen Erwartungen in die Feiertage zu gehen. Es ist hilfreich, Perfektionismus bewusst abzubauen – nicht jedes Geschenk muss gekauft, nicht jedes Festessen selbst zubereitet sein. 
Auch Rituale lassen sich stressfreier gestalten, wenn Familienfeste klar strukturiert sind. Wer sich einsam fühlt, sollte dieses Gefühl nicht verdrängen, sondern gezielt nach Kontaktmöglichkeiten suchen – sei es durch ein Telefongespräch, eine persönliche Begegnung oder einen digitalen Austausch. Gleichzeitig kann es entschleunigend wirken, auf andere zu achten – indem man beispielsweise ein freundliches Gespräch mit einer alleinlebenden Nachbarin oder einem älteren Bekannten führt und ein wenig Zeit miteinander verbringt, ganz ohne Stress und Hektik. 
Schon kleine Gesten, wie ein Gespräch, ein gemeinsamer Spaziergang oder eine Tasse Tee – können das Gefühl von Einsamkeit lindern.

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