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Zentrum für sexuelle Gesundheit in Wien startet 2026

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Im Haus der Aids Hilfe Wien entsteht ein neues Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit. Es kombiniert Testung, Behandlung, Beratung, Prävention und Wissenschaft. Der Hintergrund: steigende Zahlen sexuell übertragbarer Krankheiten und sinkender Kondomgebrauch.

Testung, Beratung und medizinische Behandlung an einem Ort

Bis April 2026 wird in Wien ein neues Zentrum für sexuelle Gesundheit eröffnet. Das Zentrum mit dem Namen magnus* wird am Standort der Aids Hilfe Wien errichtet und soll künftig rund 18.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr betreuen. Man rechnet mit etwa 32.000 Patientenkontakten jährlich. 

Schon bisher biete die Aids Hilfe Testung und Beratung an. „Was jetzt neu dazu kommt, ist die medizinische Behandlung“, erläutert Dr. Mirijam Hall, Vorsitzende der Aids Hilfe Wien. 

Umgesetzt wird das Projekt in Kooperation mit der Stadt Wien und den Sozialversicherungsträgern ÖGK, SVS und BVAEB. Ärztlicher Leiter wird der Infektiologe Univ.-Prof. Dr. Alexander Zoufaly.

Sexuell übertragbare Krankheiten nehmen zu

Die HIV-Neudiagnosen seien mit rund 450 pro Jahr „relativ stabil“, wie Hall im Rahmen eines Medientermins berichtete. Der internationale Trend zeige jedoch steigende Zahlen, insgesamt gebe es bei allen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) einen starken Anstieg. Gleichzeitig ist laut Verhütungsbericht 2024 des Gesundheitsministeriums ein Rückgang beim Kondomgebrauch zu beobachten. 

Die stellvertretende Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK in Wien, MMag. Agnes Streissler-Führer, merkte an, „dass die heutige Jugend wieder extrem unvorsichtig in ihrem sexuellen Verhalten ist“. Viele würden glauben: „Mich trifft’s nicht“. 

Statistisches Kompetenzzentrum geplant

Im geplanten Ambulatorium wird erstmals ein statistisches Kompetenzzentrum für sexuell übertragbare Krankheiten in Wien eingerichtet werden. Ziel sei eine bessere Datenlage zur Versorgungslage – denn bislang tappe man hier laut Hall „ein bisschen im Dunkeln“.

Bedarf an niederschwelliger Beratung

Beim Zentrum für sexuelle Gesundheit handle sich um eine anonyme Meldestelle und um Versorgungsleistungen mit höchster Vertraulichkeit, betonte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Deshalb sei der niederschwellige Zugang besonders wichtig.

„Durch dieses Zentrum wird ein möglichst früher Diagnosezeitpunkt und damit ein möglichst früher Therapiebeginn befördert, genauso wie ein positiver Umgang mit Sexualität und sexueller Selbstbestimmung“, so Hacker.

Soft Opening im April 2026

Der Umbau des Gebäudes am Mariahilfer Gürtel läuft bereits. Im ersten Halbjahr 2026 ist ein Soft Opening geplant. In der zweiten Jahreshälfte soll das Ambulatorium dann auch samstags geöffnet sein.

Für 2027 erwartet man rund 9.000 STI-Tests, 4.300 Behandlungen, etwa 200 HIV-Neudiagnosen und rund 1.500 HIV-Therapien.

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