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Wie gesund lebt „Mann“ in Österreich?

Eine aktuelle repräsentative Umfrage in Österreich hat Männer nach ihrem Gesundheits- und Vorsorgeverhalten sowie dem Gebrauch von Supplementen befragt. Viele schätzen ihren Informationsstand zu diesen Themen mangelhaft ein, hier könnten Apotheken gezielt ansetzen.

Männer in Österreich haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79 Jahren und liegen damit rund fünf Jahre hinter den Frauen (84 Jahre). Trotz wachsender Sensibilisierung für das Thema Gesundheit gilt die Bereitschaft zur Vorsorge hierzulande nach wie vor als gering. So haben laut Dachverband der Sozialversicherungsträger 2023 nur 17,5% der Anspruchsberechtigten über 18 Jahre die kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen. Davon mehr Frauen (54%) als Männer (46%).

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Market Instituts im Auftrag von Ökopharm zeigt: Männer verfolgen zwar ambitionierte Gesundheitsziele, fühlen sich jedoch mangelhaft informiert über Themen wie Bewegung, Ernährung und Vorsorge. Für die Erhebung wurden Anfang Juni 1.026 Personen zwischen 16 und 85 Jahren mittels Online-Interviews befragt.

Männer haben ambitionierte Gesundheitsziele

Mehr als drei Viertel der Männer (77%) setzen sich konkrete Ziele für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. 60% wollen sich gesünder ernähren, 56% mehr Sport treiben, und je 44% weniger Süßigkeiten essen bzw. ihr Gewicht reduzieren. 78% gaben an, ihre Ziele konsequent zu verfolgen, 13% sogar sehr konsequent.

Im Unterschied zur landläufigen Meinung, geben 70% der Männer an, mit ihrem Umfeld offen über gesundheitliche und mentale Belastungen sprechen zu können. Dieser Wert ist annähernd vergleichbar mit jenem von Frauen, bei denen 77% dasselbe sagen. 

Erschöpfung weit verbreitet

Mehr als die Hälfte der Männer fühlen sich mindestens einmal pro Woche erschöpft, jeder sechste (17%) sogar täglich. Die genannten Hauptgründe sind zu wenig Schlaf und Bewegungsmangel (je 55%) sowie Stress (50%). Auch Flüssigkeitsmangel (45%), zu lange Bildschirmzeit (44%) und eine unausgewogene Ernährung (41%) belasten die Befragten. 

Dass Flüssigkeitsmangel Stress verstärkt, haben übrigens kürzlich Forschende aus Liverpool herausgefunden. Demnach steigt bei einer Trinkmenge von weniger als 1,5 Liter pro Tag der Cortisolspiegel in stressigen Situationen stärker an. Die Studie wurde Mitte August im Journal of Applied Physiology veröffentlicht.

Gefühltes Informationsdefizit

Was das Wissen über Gegenmaßnahmen zur Erschöpfung angeht, besteht Aufholbedarf: nur 7% der Befragten fühlen sich sehr gut darüber informiert, was sie gegen ihre Erschöpfung tun können. Bei den Frauen immerhin mehr als doppelt so viele (16%). Über ein Drittel der Männer (37%) gab sogar an, wenig bis gar nicht informiert zu sein, bei den Frauen waren es „nur“ 27%. 

Um gegen Müdigkeit und Erschöpfung anzugehen, setzen Männer in der Praxis auf ausreichend trinken (53%), Bewegung an der frischen Luft (43%) und je 41% gaben mehr Schlaf bzw. kleine Auszeiten an. Bei Frauen waren die Ergebnisse vergleichbar. 

Männer achten weniger auf gesunde Ernährung und Nährstoffe 

Bei der Versorgung ihres Körpers mit ausreichend Nährstoffen sind Männer im Vergleich zu Frauen nachlässiger: Nur etwa ein Drittel der Männer (36%) achten bereits darauf – bei den befragten Frauen sind es dagegen über die Hälfte (54%). Ähnlich die Ergebnisse in Bezug auf ausgewogene Ernährung: 33% der Männer nutzen Ernährung gezielt als Maßnahme gegen Erschöpfung, während dies fast die Hälfte (48%) der Frauen tun.

Zum Thema „gesunde Ernährung“ fühlen sich acht von zehn Männern (78%) gut informiert. Dennoch bewertet nur einer von zehn (10%) seine Ernährungsweise als „sehr gut“, vier von zehn (39%) sogar als weniger bis gar nicht gut. Frauen dagegen fühlen sich hinsichtlich Ernährung besser informiert und schätzen auch ihre eigenen Ernährungsgewohnheiten besser ein. 

Stress erhöht Bedarf an Mikronährstoffen

Informationen zum Thema gesunde Ernährung holen sich Männer vor allem aus dem Internet (48%), von Freunden (35%) und Familie (31%). Bei medizinischem Personal informieren sich 28%.

„Im stressigen Alltag achten nur die Wenigsten auf eine ausgewogene Ernährung. Dabei erhöht Stress den Bedarf an Mikronährstoffen. Viele wissen nicht, dass Magnesium, B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen Nerven, Energiehaushalt und Immunsystem unterstützen. Pantothensäure, Riboflavin und Folsäure helfen, Müdigkeit zu reduzieren. Auch pflanzliche Wirkstoffe können die Stressresistenz stärken“, weiß Gerald Deuring, BSc, Ernährungswissenschafter, zertifizierter Sporternährungsberater und Ökopharm-Experte. „Eine gezielte Zufuhr wichtiger Nährstoffe kann helfen, Energie, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude bis ins hohe Alter zu erhalten.“

Supplemente für Sex, Sport, Prostata und Immunsystem

60% der Befragten in allen Altersstufen haben bereits Vitamin D, 50% Multivitaminpräparate und 43% Präparate für das Immunsystem eingenommen. Doch nur 12% fühlen sich zum Thema Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sehr gut informiert. Produkte, die speziell auf Männer abzielen nutzen 18%. Davon am häufigsten NEM für sexuelle Leistungsfähigkeit (36%), Prostata-Vorsorge (29%), Immunsystem (29%) und sportliche Leistungssteigerung (26%). 

Männer zwischen 30 und 49 Jahren greifen dabei vor allem zu NEM für sportliche Leistung (30%) und sexuelle Leistungsfähigkeit (46%). Ab 50 Jahren stehen dann Prostata- und Herzgesundheit im Fokus. Bei der Auswahl der NEM sind den Männern in Österreich folgende Faktoren wichtig: 

  • einfache Anwendung (78%)
  • natürliche Inhaltsstoffe (66%)
  • Empfehlungen durch medizinisches Personal (6%)
  • ein erfahrener Hersteller (69 %)

Haarausfall – häufig, aber seltener medizinisch behandelt

40% der befragten Männer sind von Haarausfall betroffen, 17% sogar stark. Am häufigsten wird darauf mit Abrasieren oder Kurzschneiden (36%), speziellen Shampoos (34%) oder Nahrungsergänzungsmitteln (25%) reagiert. Medikamente (24%) und Hausmittelchen (23%) werden seltener eingesetzt. 

„Unser Körper braucht vor allem eines: Aufmerksamkeit – und zwar bevor Beschwerden auftreten. Mein Rat an Männer wie Frauen: Vorsorge ernst nehmen, Ernährung und Bewegung fix in den Alltag einbauen und Nährstofflücken gezielt schließen. Das zahlt sich ein Leben lang aus“, empfiehlt Deuring.

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