Start Wirtschaft Pharmamarkt Sanofi plant Einstieg bei Cheplapharm

Sanofi plant Einstieg bei Cheplapharm

Sanofi will sich mit 26,4 Prozent am deutschen Arzneimittelkonzern Cheplapharm beteiligen. Im Gegenzug soll das Familienunternehmen 20 etablierte Arzneimittel sowie drei Produktionsstandorte übernehmen. Damit würde Cheplapharm erstmals Medikamente selbst herstellen. 

Der französische Pharmakonzern Sanofi und Cheplapharm planen eine neue strategische Partnerschaft. Sanofi soll im Zuge der Transaktion eine Beteiligung von 26,4 Prozent an dem Unternehmen aus Greifswald erhalten. Cheplapharm soll dafür ein Portfolio von 20 etablierten Arzneimitteln sowie drei Produktionsstandorte von Sanofi übernehmen. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit 2014 zusammen.

Zu den Arzneimitteln, die übertragen werden sollen, gehört Lovenox®/Clexane® (Enoxaparin). Sanofi stellt die geplante Transaktion in den Zusammenhang mit der seit mehreren Jahren betriebenen Vereinfachung seines Portfolios etablierter Arzneimittel. Nach Angaben des Konzerns soll sie es Sanofi ermöglichen, den Fokus weiterhin auf Innovation zu legen.

Drei Produktionsstandorte mit rund 565 Beschäftigten

Mit der geplanten Übernahme der Produktionsstandorte würde sich das Geschäftsmodell von Cheplapharm erweitern. Das Unternehmen hatte die Arzneimittel-Produktion bisher stets an Dienstleister vergeben und würde künftig erstmals selbst Medikamente herstellen.

Konkret sollen drei Sanofi-Standorte an Cheplapharm übertragen werden: Csanyikvölgy in Ungarn mit rund 400 Beschäftigten, Jurong in Singapur mit rund 100 Beschäftigten und Ploërmel in Frankreich mit rund 65 Beschäftigten.

Abschluss bis zum dritten Quartal 2027 geplant

Der kommerzielle Transfer des Arzneimittelportfolios soll im ersten Quartal 2027 beginnen. Anschließend ist die Übertragung der drei Produktionsstandorte vorgesehen. Der vollständige Abschluss der Transaktion wird bis zum dritten Quartal 2027 erwartet.

Sanofi erwartet nach eigenen Angaben keine Auswirkungen der geplanten Transaktion auf seine Finanzprognose für 2026. Weitere finanzielle Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Cheplapharm verfügt über mehr als 100 Medikamente

Cheplapharm hat sich auf seit Langem im Markt eingeführte Arzneimittel spezialisiert, die von großen Pharmakonzernen abgegeben werden. Innerhalb von 30 Jahren hat das Unternehmen ein Portfolio von mehr als 100 Medikamenten aufgebaut. Zu den größeren Transaktionen zählt die Übernahme von Zyprexa vom US-Konzern Eli Lilly. Dafür zahlte Cheplapharm vor drei Jahren 1,3 Mrd. Euro.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Cheplapharm einen Umsatz von 1,66 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 643 Mio. Euro. Das Unternehmen gehört den Geschwistern Sebastian Braun und Bianca Juha. Seit 2022 sind zudem die Finanzinvestoren Atlantic Park und GIC beteiligt, die 550 Mio. Euro in Cheplapharm investierten. 

Sanofi setzt Fokus auf Innovation

Sanofi stellt die geplante Transaktion in den Zusammenhang mit der seit mehreren Jahren betriebenen Vereinfachung seines Angebots an etablierten Arzneimitteln. Nach Angaben des französischen Pharmakonzerns soll die Partnerschaft mit Cheplapharm dazu beitragen, den Fokus weiterhin auf innovative Arzneimittel zu legen. Für die Finanzprognose von Sanofi für 2026 erwartet das Unternehmen durch die geplante Transaktion keine Auswirkungen.

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