Der aktuelle Lagerstand von Blutkonserven ist österreichweit besorgniserregend niedrig. Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) und die MedUni Wien / AKH Wien rufen daher dringend zur Blutspende auf. Grund für die kritische Versorgungslage ist eine Kombination aus stark angestiegenem Bedarf in den Spitälern und einem massiven Rückgang der Spenderinnen und Spender infolge der anhaltenden Grippe- und Erkältungswelle.
Grippewelle verschärft die Lage

Die Folge: Viele Menschen sind krank, nehmen Medikamente ein oder haben kürzlich Infekte durchgemacht – und sind dadurch vorübergehend nicht zur Blutspende tauglich. Denn nach einer Erkrankung mit oder ohne Fieber gelten Wartezeiten (siehe unten), bevor wieder gespendet werden darf.
Aber auch Mitarbeitende seien von der Krankheitswelle betroffen und daher kann es zu längeren Wartezeiten bei den Blutspendestellen kommen.
Prof. Dr. Antonia Müller, Leiterin der Universitätsklinik für Transfusionsmedizin und Zelltherapie der MedUni Wien / AKH Wien, betont: „Unser Appell richtet sich auch an Menschen, die bisher noch nie gespendet haben. Nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass ausreichend Blutkonserven für alle Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen.“
Nachfrage nach Blutkonserven stark gestiegen
Der erhöhte Bedarf sei aber auch auf mehr Unfälle und Operationen bei Schnee und Glätte zurückzuführen. Gleichzeitig benötigen auch chronisch erkrankte Menschen mit geschwächtem Immunsystem während schwerer Infekte Bluttransfusionen.
Der Lagerstand bei Blutkonserven befindet sich aktuell laut dem Österreichischen Roten Kreuz auf einem kritisch niedrigen Niveau. Binnen einer Woche haben sich die Ausgaben an Blutkonserven nahezu verdoppelt.
„Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt. Blut kann weder künstlich hergestellt noch ersetzt werden – und ist nur 42 Tage haltbar. Jede Spende zählt!“, appelliert ÖRK-Bundesrettungskommandant Gerry Foitik.
Wer darf spenden – und wann?
Blut spenden dürfen grundsätzlich alle gesunden Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren, Erstspenderinnen und Erstspender bis zum 60. Geburtstag. Notwendig sind ein amtlicher Lichtbildausweis und etwas Zeit.
Nach Infekten gelten folgende Wartezeiten:
- Leichter Infekt (Temperatur unter 38°C, kein stark beeinträchtigter Allgemeinzustand):
7 Tage - Hoch fieberhafter Infekt (über 38 °C, Antibiotikatherapie):
4 Wochen nach Beschwerdefreiheit bzw. letzter Einnahme
Blutspenden: wo und wie?
Blutspenden kann man in stationären Blutspendezentren. Zusätzlich finden regelmäßig mobile Aktionen statt – etwa in Unternehmen, Gemeinden oder vor Einkaufszentren (z. B. in Blutspendebussen). Alle Informationen finden sich unter:
- www.blut.at – inkl. Terminvereinbarung & Standortsuche
- Telefonische Auskunft: 0800 190 190 (kostenlos)
In vielen Fällen ist eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich, um Wartezeiten zu vermeiden und die Abläufe effizient zu gestalten. Daher der Tipp: Rechtzeitig informieren, damit die Spende nicht an formalen Hürden scheitert.




