Künstliche Intelligenz ist bei Gesundheitsfragen für viele Menschen in Österreich bereits Teil der Informationssuche. Sechs von zehn Befragten haben KI dafür schon genutzt, rund 40 Prozent empfinden sie als hilfreich. 13 Prozent stufen Auskünfte einer KI sogar als vertrauenswürdiger ein als ärztliche Informationen.
Künstliche Intelligenz ist für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung bereits eine wichtige Informationsquelle bei Gesundheitsthemen. Laut Gesundheitsstudie 2026 der Wiener Städtischen Versicherung haben knapp 60 Prozent der Befragten KI in diesem Zusammenhang genutzt. Rund 40 Prozent bewerten die Unterstützung als hilfreich.
Zu den häufigsten Anwendungen gehören die Recherche zu Symptomen und die vereinfachte Darstellung komplexer ärztlicher Befunde. Die Befragung zeigt zugleich, dass ärztlichen Informationen insgesamt weiterhin deutlich mehr Vertrauen entgegengebracht wird. 13 Prozent der Befragten stufen Auskünfte einer KI allerdings bereits als vertrauenswürdiger ein.
KI sorgt häufig für Beruhigung und Erleichterung
Die Befragung erfasste auch, wie die Nutzung von KI bei Gesundheitsfragen wahrgenommen wird. Dabei wurden häufiger positive als negative Emotionen angegeben. Besonders häufig nannten die Befragten Beruhigung, Erleichterung und ein Gefühl von Kontrolle.
Manuel Schalk, Vorstandsdirektor der Wiener Städtischen, sieht KI zunehmend als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen. Aus seiner Sicht sei es deshalb wichtig, Informationen richtig einordnen zu können und die Technologie als Ergänzung und nicht als Ersatz für medizinische Beratung zu verstehen.
Die Studie zeigt damit eine breite Nutzung von KI für gesundheitsbezogene Informationen, zugleich aber weiterhin einen deutlichen Vertrauensvorsprung für ärztliche Auskünfte.
Gesundheitssystem wird kritischer gesehen
Neben der KI-Nutzung untersuchte die Studie auch die Wahrnehmung des österreichischen Gesundheitssystems. 47 Prozent der Befragten zeigen sich damit sehr oder eher zufrieden. Für 2022 weist die Studie noch eine Zufriedenheit von 56 Prozent aus.
Die Einschätzung der Versorgung fällt ebenfalls verhalten aus. 44 Prozent der Befragten sehen gegenüber dem Vorjahr eine Verschlechterung. Eine positive Entwicklung erkennen dagegen nur rund zehn Prozent.
Besonders kritisch wird die Verfügbarkeit im Kassenbereich beurteilt. 55 Prozent der Befragten sehen einen Mangel in der Allgemeinmedizin, bei Fachärztinnen und Fachärzten sind es 71 Prozent. Mehr als ein Drittel berichtet von Wartezeiten von über zwei Monaten auf einen Facharzttermin mit Kassenvertrag.
Andere aktuelle Untersuchungen kommen bei den Wartezeiten aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden zu abweichenden Ergebnissen. Die „Kassenarzt-Wartezeiten-Studie 2026“ von krankenversichern.at, über die PharmaNow bereits berichtet hat, ermittelte anhand standardisierter Terminanfragen einen österreichweiten Median von 34 Tagen für Kassen-Facharzttermine. krankenversichern.at
Studie mit 1.000 Befragten
Für die Gesundheitsstudie 2026 befragte das Gallup Institut im Auftrag der Wiener Städtischen Versicherung 1.000 Menschen in Österreich im Alter von 16 bis 70 Jahren. Die repräsentative Online-Befragung wurde von 27. Juli bis 16. August 2026 durchgeführt.




