Start Apotheke Kinderinfekte: Wann Selbstbehandlung nicht mehr reicht

Kinderinfekte: Wann Selbstbehandlung nicht mehr reicht

Werbung Jetzt kostenlos für den Engelhard Selfcare Saturday 2026 in Wien anmelden...

Husten, Schnupfen oder Hautausschlag gehören im Kindergarten- und Schulalter zu den häufigen Beschwerden. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) rückt in ihrer Kindergesundheitskampagne deshalb nicht nur die Linderung leichter Symptome in den Mittelpunkt. Entscheidend sei vor allem der Allgemeinzustand des Kindes und die Frage, wann aus einem unkomplizierten Infekt ein Fall für die ärztliche Abklärung wird.

Mit Beginn des Kindergarten- und Schulalltags rücken Atemwegsinfekte und andere Erkrankungen bei Kindern wieder stärker in den Fokus. Die ÖGK nimmt das zum Anlass, Eltern und Erziehungsberechtigte über typische Krankheitszeichen, Warnsignale und Möglichkeiten der Prävention zu informieren.

Für die Einschätzung sei nicht allein ein einzelnes Symptom ausschlaggebend. Wesentlich sei vielmehr der Allgemeinzustand des Kindes. Gleichzeitig wird auf Impfungen als Möglichkeit verwiesen, eine Reihe von Infektionskrankheiten zu verhindern.

„Nicht jede Erkrankung lässt sich verhindern, viele Infektionskrankheiten können wir aber sehr wohl vermeiden. Impfungen sind dabei ein ganz wesentlicher Baustein. Für Eltern ist es außerdem hilfreich, typische Krankheitszeichen zu kennen und zu wissen, was ihrem Kind guttut, wie sie den Genesungsprozess unterstützen können, welche Krankheiten durch Impfungen verhindert werden können, wann ärztlicher Rat notwendig ist und bei welchen Warnzeichen rasch gehandelt werden muss“, sagt Dr. Gabriele Berger, Kinderärztin in der Kinder-Ambulanz im Gesundheitszentrum Floridsdorf.

Husten: Nicht automatisch ein Fall für Antibiotika

Gerade Husten kann länger anhalten als der zugrunde liegende Infekt. Er erfüllt als Schutzreflex eine wichtige Funktion, indem er Schleim und Sekret aus den Atemwegen entfernt.

Die meisten Erkältungen und anderen Atemwegsinfekte werden durch Viren verursacht. Antibiotika wirken bei diesen Infekten nicht. Bei leichten Beschwerden reichen einfache unterstützende Maßnahmen: ausreichend Flüssigkeit, Ruhe und eine freie Nase. 

Anhaltender oder stärker werdender Husten sowie Husten in Verbindung mit Fieber sollte ärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch bei Anzeichen von Atemnot wie schneller oder angestrengter Atmung, Kurzatmigkeit, pfeifenden Atemgeräuschen oder Hauteinziehungen. 

Apotheken als erste Anlaufstelle

Bei Husten, Schnupfen und anderen leichten Beschwerden sind Apotheken für Eltern häufig eine niederschwellige Anlaufstelle. In der Beratung geht es dabei nicht nur um Möglichkeiten zur Linderung der Symptome. Ebenso wichtig ist die Einschätzung, ob eine Selbstbehandlung noch infrage kommt oder eine ärztliche Abklärung angezeigt ist. Gerade bei Kindern spielen Alter, Beschwerden und Allgemeinzustand eine wesentliche Rolle. Warnzeichen wie Atemnot, hohes oder länger anhaltendes Fieber sowie eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands sprechen für eine medizinische Abklärung. Gleichzeitig bietet das Beratungsgespräch Gelegenheit, Fragen zur richtigen Anwendung altersgerechter Präparate zu klären und bei Bedarf auf Präventionsmaßnahmen wie Impfungen hinzuweisen.

Hautausschlag allein sagt oft wenig aus

Auch Hautveränderungen können Eltern vor eine schwierige Einschätzung stellen. Rote Flecken, Pünktchen, Bläschen oder juckende Haut können unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen Infektionen ebenso wie Allergien oder Hautreizungen.

Allein anhand des Erscheinungsbildes lässt sich die Ursache häufig nicht sicher feststellen. Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn der Ausschlag gemeinsam mit einem schlechten Allgemeinzustand auftritt, sich rasch ausbreitet oder Atemprobleme beziehungsweise Schwellungen hinzukommen.

Ein Foto des Ausschlags kann die spätere ärztliche Beurteilung unterstützen, insbesondere wenn sich das Hautbild im Verlauf verändert.

Von Masern bis Influenza: Prävention mit Impfungen

Hautausschläge können auch bei klassischen Kinderkrankheiten auftreten. Etwa Masern, Röteln und Windpocken. Je nach Erkrankung können zusätzlich Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Abgeschlagenheit auftreten. Während manche Erkrankungen unkompliziert verlaufen, können andere schwere Komplikationen verursachen.

Die Gesundheitskasse verweist daher auf das kostenfreie Kinderimpfprogramm. Dieses umfasst zahlreiche Impfungen für Kinder und Jugendliche.

Diese Impfungen sind für Kinder und Jugendliche kostenfrei
Pneumokokken – gegen bakterielle Lungen-, Hirnhaut- oder Mittelohrentzündung
Masern, Mumps und Röteln – mit dem MMR-Kombinationsimpfstoff
Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y – gegen bakterielle Hirnhautentzündung; kostenfrei in der 6. Klasse beziehungsweise im 10.–13. Lebensjahr
HPV (Humane Papillomaviren) – zum Schutz vor Krebsvorstufen; kostenfrei vom 9. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr
Influenza – im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms saisonal kostenfrei

Der Allgemeinzustand entscheidet mit

Bei leichten Beschwerden können Eltern und Erziehungsberechtigte ihre Kinder meist zu Hause unterstützen. Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und Zuwendung stehen dabei im Vordergrund.

Weitere bewährte Möglichkeiten zur Linderung leichter Beschwerden stellt die ÖGK in der Broschüre „Hausmittel für Kinder“ vor.

Bestimmte Warnzeichen erfordern jedoch eine medizinische Abklärung. Dazu zählt eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands, einen schwer kranken Eindruck oder starke Schmerzen. Auch ungewöhnlich schrilles oder anhaltendes Schreien eines Säuglings, der sich nicht beruhigen lässt, zählt zu diesen Warnzeichen.

Ärztlich abgeklärt werden sollen zudem Husten gemeinsam mit Fieber oder einem schlechten Allgemeinzustand sowie hohes oder länger anhaltendes Fieber, etwa länger als 3 Tage. Gleiches gilt bei einem Fieberkrampf oder wenn Hautausschläge beziehungsweise Hautveränderungen mit Fieber oder einem schlechten Allgemeinzustand auftreten.

Bei Fragen und Unsicherheiten verweist die ÖGK auf die Gesundheitsberatung unter 1450. Bei einem medizinischen Notfall gilt die Notrufnummer 144.

Neue Artikel

Lange Wartezeiten auf Kassen-Facharzttermine in Österreich

Die Wartezeiten auf Kassen-Facharzttermine haben sich laut der „Kassenarzt-Wartezeiten-Studie 2026“ von krankenversichern.at in acht von 14 untersuchten Fachrichtungen gegenüber...

PharmaTime 9/2026: ME/CFS – Aus dem Leben gefallen

ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung, die Betroffene oft tief in ihrem Alltag einschränkt – und das Gesundheitssystem vor große...

Impfen in Apotheken: Umsetzung rückt näher

Das Impfen in österreichischen Apotheken soll ab 2027 kommen. Bei einer Podiumsdiskussion in Wien diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus...

Sanofi plant Einstieg bei Cheplapharm

Sanofi will sich mit 26,4 Prozent am deutschen Arzneimittelkonzern Cheplapharm beteiligen. Im Gegenzug soll das Familienunternehmen 20 etablierte Arzneimittel...

 Weitere Artikel

Lange Wartezeiten auf Kassen-Facharzttermine in Österreich

Die Wartezeiten auf Kassen-Facharzttermine haben sich laut der „Kassenarzt-Wartezeiten-Studie 2026“ von krankenversichern.at in acht von 14 untersuchten Fachrichtungen gegenüber...

PharmaTime 9/2026: ME/CFS – Aus dem Leben gefallen

ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung, die Betroffene oft tief in ihrem Alltag einschränkt – und das Gesundheitssystem vor große...

Impfen in Apotheken: Umsetzung rückt näher

Das Impfen in österreichischen Apotheken soll ab 2027 kommen. Bei einer Podiumsdiskussion in Wien diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus...