Eine große Metaanalyse zeigt: Bei prämenopausalen Frauen mit frühem Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs kann die Unterdrückung der Eierstockfunktion zusätzlich zur Standardtherapie das Risiko für Rückfälle und brustkrebsbedingte Todesfälle senken. Besonders profitieren offenbar Frauen unter 45 Jahren. Die Entscheidung für diese Therapie sollte jedoch individuell erfolgen, da die ausgewerteten Studien Nebenwirkungen nicht systematisch erfassten.
Bei prämenopausalen Frauen mit frühem Östrogenrezeptor-positivem (ER-positivem) Brustkrebs gehört eine antihormonelle Therapie nach der Operation zum Standard. Ob die zusätzliche Unterdrückung der Eierstockfunktion (Ovarialfunktionssuppression, OFS) den Behandlungserfolg weiter verbessert, wurde nun in einer umfangreichen Metaanalyse untersucht.
Die im Fachjournal The Lancet veröffentlichte Auswertung der Early Breast Cancer Trialists‘ Collaborative Group (EBCTCG) analysierte individuelle Patientendaten aus 23 randomisierten Studien. Insgesamt standen Daten von 18.851 Frauen zur Verfügung. Für die Hauptanalyse wurden 15.075 Frauen mit ER-positivem oder unbekanntem Östrogenrezeptorstatus berücksichtigt.
Signifikant geringeres Rückfallrisiko
Die Metaanalyse zeigte, dass die Unterdrückung der Eierstockfunktion das Rückfallrisiko bei prämenopausalen Frauen mit frühem ER-positivem Brustkrebs senkte. Der zusätzliche Nutzen war vor allem bei Frauen unter 45 Jahren nachweisbar. Bei ihnen war auch die brustkrebsbedingte Sterblichkeit geringer. In älteren Studien ohne Tamoxifen fiel der Effekt stärker aus als in neueren Studien, in denen Tamoxifen bereits Teil der Standardtherapie war.
Art der Behandlung spielte keine Rolle
Die Subgruppenanalysen ergaben keine Hinweise darauf, dass die Wirksamkeit von der Methode der Unterdrückung der Eierstockfunktion oder den untersuchten prognostischen Faktoren beeinflusst wurde.
Zudem fanden die Autoren keinen Hinweis darauf, dass die Unterdrückung der Eierstockfunktion die Sterblichkeit aus anderen Ursachen als Brustkrebs erhöhte.
Nebenwirkungen nicht Bestandteil der Analyse
Die Metaanalyse konzentrierte sich auf Rückfälle und Überleben. Die eingeschlossenen Studien erfassten Nebenwirkungen wie klimakterische Beschwerden sowie Auswirkungen auf die Knochendichte oder die Lebensqualität nicht systematisch.
Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass eine Unterdrückung der Eierstockfunktion bei prämenopausalen Frauen mit frühem ER-positivem Brustkrebs das Risiko für Rückfälle und brustkrebsbedingte Todesfälle langfristig senken kann. Welche Patientinnen von der zusätzlichen Therapie am meisten profitieren, sollte im Rahmen der individuellen Behandlungsentscheidung beurteilt werden.




