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Frauen leiden häufig unter chronischer Erschöpfung

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Viele Frauen in Österreich sind dauerhaft müde und das unabhängig davon, wie lange sie schlafen. Eine aktuelle Erhebung zeigt zudem Defizite in der medizinischen Wahrnehmung der Beschwerden.

54 Prozent der Frauen in Österreich erleben Müdigkeit und Schlafmangel als Dauerzustand. Das geht aus dem „Frauengesundheitsreport 2026“ hervor, der von Pure Encapsulations gemeinsam mit TQS Research & Consulting erstellt wurde. Für die Erhebung wurden insgesamt 1.000 Frauen im Alter von 18 bis 75 Jahren befragt.

68 Prozent der Betroffenen geben an, trotz Erschöpfung einfach weiter zu funktionieren, während 66 Prozent Müdigkeit als normalen Teil ihres Alltags akzeptiert haben. Gleichzeitig berichten 54 Prozent jener Frauen, die ärztliche Hilfe gesucht haben, dass sie sich mit ihrem Problem nicht ernst genommen fühlten.

Erschöpft trotz Schlaf

Die Daten zeigen, dass nicht nur zu wenig Schlaf ein Problem ist. 57 Prozent der Befragten wachen morgens nicht erholt auf, 51 Prozent fühlen sich nur oberflächlich regeneriert. Zwar schlafen 61 Prozent unter der Woche sieben bis acht Stunden, dennoch geben 62 Prozent an, im Alltag häufig erschöpft zu sein – unabhängig von der Schlafdauer.

Gleichzeitig schläft rund ein Drittel der Frauen werktags höchstens sechs Stunden, und mehr als die Hälfte wacht nachts zumindest zweimal auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Schlafqualität eine zentrale Rolle spielt.

Hohe Belastung im Alltag als Treiber

Ein wesentlicher Faktor für die anhaltende Erschöpfung ist die Mehrfachbelastung. 92 Prozent der Frauen sind der Meinung, dass sie gesellschaftlich stärker dazu erzogen werden, Verantwortung für andere zu übernehmen. 74 Prozent stellen ihre eigenen Bedürfnisse regelmäßig hinter berufliche oder familiäre Anforderungen.

Auch nachts zeigt sich diese Verteilung: 68 Prozent sehen die Hauptverantwortung für Care-Arbeit bei sich, während sie nur in 15 Prozent der Fälle etwa gleich aufgeteilt ist. 44 Prozent berichten, dass ihr Schlaf durch diese Verantwortung regelmäßig unterbrochen wird.

Stress verschärft die Situation zusätzlich. Anhaltende Anspannung kann das Ein- und Durchschlafen beeinträchtigen und sowohl psychische als auch körperliche Beschwerden begünstigen.

Beschwerden werden oft relativiert

Die Umfrage weist auch auf Defizite in der medizinischen Einordnung hin. Mehr als die Hälfte der Frauen berichtet, dass ihre Erschöpfung vorschnell als psychisch bedingt eingestuft wurde. 72 Prozent erhielten die Rückmeldung, ihre Beschwerden seien in ihrer Lebensphase „normal“, bei 41 Prozent wurden hormonelle Ursachen in den Vordergrund gestellt.

Für Tina Werner von Pure Encapsulations wird Erschöpfung damit häufig unterschätzt und nicht als eigenständiges Warnsignal wahrgenommen. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 30 und 44 Jahren – in dieser Gruppe leidet etwa die Hälfte unter Schlafproblemen und anhaltender Müdigkeit.

Schlaf als unterschätzte Gesundheitsbasis

Fachleute betonen die zentrale Bedeutung von Schlaf für die Gesundheit. Neben Bewegung und Ernährung gilt er als eine der grundlegenden Säulen des Wohlbefindens. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass bei Schlafproblemen häufig zu rasch zu medikamentösen Lösungen gegriffen wird. Diese sollten, wenn überhaupt, nur kurzfristig und begleitend eingesetzt werden.

Ansätze wie regelmäßige Tagesstrukturen, Wissen über biologische Rhythmen sowie verhaltensorientierte Maßnahmen – etwa zur Reduktion von Gedankenkreisen – können helfen, den Schlaf nachhaltig zu verbessern.

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