Nach dem Rückruf von Hipp Babykost bei SPAR Österreich haben Behörden ein manipuliertes Glas mit Rattengift sichergestellt. Neue Details deuten auf einen gezielten Erpressungsversuch hin. Für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt erhöhte Vorsicht.
Im Zuge des aktuellen Rückrufs von Hipp Babykostgläsern bei SPAR Österreich haben Ermittlungsbehörden in Österreich ein manipuliertes Produkt identifiziert. Laut Angaben der Landespolizeidirektion Burgenland wurde in Schützen am Gebirge ein Gläschen sichergestellt, dessen Inhalt positiv auf Rattengift getestet wurde. Das betroffene Produkt entspricht jenem Artikel, der bereits vom Rückruf umfasst ist.
Ein Kunde meldete das Glas, ein Verzehr erfolgte nicht. Auch in Tschechien und der Slowakei meldeten Behörden ähnliche Fälle. Dort stellten Behörden ebenfalls manipulierte Gläser mit giftigen Substanzen sicher.
Ermittlungen in mehreren Ländern
Die Behörden gehen von einem kriminellen Hintergrund aus. Laut AGES handelt es sich um einen mutmaßlichen Erpressungsversuch. Ermittlungen laufen in Österreich, Deutschland, Tschechien und der Slowakei. In Österreich koordiniert das Landeskriminalamt Burgenland die weiteren Schritte in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt. Ein Verdächtiger ist bislang nicht bekannt.
Wie „Die Presse“ am 20. April berichtete, soll ein Erpresserschreiben an Hipp Deutschland bereits am 27. März eingegangen sein. Demnach seien zwei Millionen Euro bis zum 2. April gefordert worden. Für den Fall einer Nichtzahlung sei angekündigt worden, manipulierte Gläschen in Tschechien, der Slowakei und im Bezirk Eisenstadt in Umlauf zu bringen. Laut Bericht wurde das Schreiben jedoch erst am 16. April zur Kenntnis genommen.
Nach Angaben der Behörden befindet sich zudem zumindest ein weiteres manipuliertes Gläschen im Umlauf. Kundinnen oder Kunden kauften es vermutlich in derselben SPAR-Filiale im Burgenland. Die Polizei sucht gezielt nach diesem zweiten Produkt, um es rasch aus dem Verkehr zu ziehen.
Hipp betont, dass die betroffenen Produkte das Werk in einwandfreiem Zustand verlassen haben. Der Rückruf steht laut Unternehmen nicht im Zusammenhang mit Produktions- oder Qualitätsmängeln, sondern mit einem externen kriminellen Eingriff.
Weitere Informationen zum Rückruf stellt das Unternehmen online bereit: https://www.hipp.at/produktrueckruf
Woran sind betroffene Gläser erkennbar
Verdächtige Produkte lassen sich laut Polizei an mehreren Merkmalen erkennen. Dazu zählen ein weißer Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden sowie ein beschädigter oder bereits geöffneter Deckel. Auch ein fehlendes Geräusch beim ersten Öffnen kann ein Hinweis sein. Zusätzlich berichten Behörden von ungewöhnlichem Geruch bei manipulierten Gläsern.
Die Polizei ersucht, auffällige Produkte keinesfalls zu öffnen oder zu konsumieren. Hinweise nimmt die Landespolizeidirektion Burgenland unter +43 591 33 10 – 3333 entgegen.
Gesundheitsrisiko durch Rattengift
Nach Angaben der AGES enthalten viele Rattengifte Wirkstoffe wie Bromadiolon. Diese hemmen die Blutgerinnung und können zu inneren Blutungen führen. Symptome treten oft verzögert auf und zeigen sich meist erst nach mehreren Tagen. Dazu zählen unter anderem Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder ungewöhnliche Blutergüsse.
Bei entsprechenden Anzeichen suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf. Informieren Sie das medizinische Personal darüber, wenn ein möglicher Verdacht besteht, eine kontaminierte Babynahrung verzehrt zu haben.
Rückgabe und weitere Maßnahmen
Der Rückruf betrifft Babykostgläser, die Kundinnen und Kunden bei SPAR Österreich gekauft haben. Kundinnen und Kunden können diese Produkte in allen Filialen von SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR und Maximarkt zurückgeben. Den Kaufpreis erhält man zudem auch ohne Kassabon zurück.
SPAR Österreich hat nach Bekanntwerden der Vorfälle sämtliche Hipp Produkte aus dem Sortiment genommen und eingelagert. SPAR setzte diese Maßnahme vorsorglich, um mögliche Risiken auszuschließen.
Das Hipp Elternservice Österreich steht für Fragen zur Verfügung.




