In einer brasilianischen Langzeitstudie wurde untersucht, ob der regelmäßige Konsum kalorienarmer und kalorienfreier Süßstoffe mit einem Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit zusammenhängt. Die veröffentlichte Analyse deutet auf altersabhängige Unterschiede hin, besonders bei Personen unter 60 Jahren.
Eine im Oktober veröffentlichte Analyse in der Fachzeitschrift Neurology untersucht, ob der regelmäßige Konsum sogenannter Low- and No-Calorie Sweeteners (LNCS) mit Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit zusammenhängt. Die Ergebnisse legen nahe, dass insbesondere bei jüngeren Erwachsenen ein höherer Konsum mit einem schnelleren Abbau bestimmter kognitiver Funktionen assoziiert sein könnte.
Beobachtungsstudie über mehrere Jahre
Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter werteten Daten der „Brazilian Longitudinal Study of Adult Health“ aus. In die Analyse flossen mehr als 12.000 Erwachsene ein, die über mehrere Jahre wiederholt untersucht wurden. Erfasst wurden sowohl Ernährungsgewohnheiten als auch verschiedene kognitive Parameter, darunter Gedächtnis, verbale Leistungsfähigkeit und globale Kognition.
Der Konsum von mehreren häufig verwendeten Süßstoffen – darunter Aspartam, Saccharin, Acesulfam-K sowie verschiedene Zuckeralkohole – wurde anhand von Ernährungsfragebögen erhoben. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde mittels standardisierter Tests überprüft.
Altersabhängige Unterschiede
In der Gesamtauswertung zeigte sich ein differenziertes Bild:
Bei Teilnehmenden unter 60 Jahren war ein höherer Konsum kalorienarmer und kalorienfreier Süßstoffe mit einem stärkeren Rückgang der verbalen Leistungsfähigkeit sowie der globalen Kognition verbunden.
Bei älteren Personen konnte ein solcher Zusammenhang hingegen nicht beobachtet werden.
Auch innerhalb bestimmter Subgruppen ergaben sich Unterschiede: Bei Personen ohne Diabetes betrafen mögliche Veränderungen vor allem verbale Fähigkeiten. Bei Menschen mit Diabetes standen eher Gedächtnisleistungen im Vordergrund.
Keine Kausalität belegt
Die Studie ist als Beobachtungsstudie angelegt. Sie kann daher keinen kausalen Zusammenhang belegen. Zudem basieren die Ernährungsdaten auf Selbstauskünften. Auch andere Lebensstilfaktoren könnten die Ergebnisse beeinflusst haben.
Dennoch sehen die Autorinnen und Autoren einen möglichen Hinweis darauf, dass der langfristige Konsum bestimmter Süßstoffe mit kognitiven Veränderungen assoziiert sein könnte. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um Mechanismen und Ursachen besser zu verstehen.




