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Eisbaden: Gesund oder gefährlich?

Immer mehr Menschen folgen dem neuen Trend. Eisbaden kann das Immunsystem stärken und Stress abbauen – doch die extreme Kälte bringt auch ernsthafte Risiken mit sich. PharmaNow zeigt die wichtigsten Gesundheitsrisiken und Sicherheitsmaßnahmen.

Eisbaden im Trend – aber nicht ohne Risiko

Mitten im Winter in einen eiskalten See zu steigen, gilt für viele als ultimativer Frischekick. Neben dem Gefühl von Lebendigkeit wird dem Eisbaden eine Reihe positiver Wirkungen auf Körper und Geist zugeschrieben. Doch die extremen Bedingungen bergen auch gesundheitliche Gefahren – besonders für Ungeübte oder Personen mit Vorerkrankungen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt daher vor unüberlegten Aktionen und gibt klare Empfehlungen zur sicheren Durchführung.

Mögliche Vorteile des Eisbadens

Zahlreiche Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Kältereize positive Effekte auslösen können:

  • Stärkung des Immunsystems: Der thermische Stress aktiviert körpereigene Abwehrmechanismen.
  • Verbesserte Durchblutung: Der Wechsel zwischen Kälte und anschließender Wärme trainiert die Blutgefäße.
  • Stressabbau und mentale Stärke: Die Ausschüttung von Endorphinen kann die Stimmung verbessern, das Überwinden der Kälte stärkt die psychische Widerstandskraft.
  • Regeneration nach Belastung: Kältebäder werden im Sport zur schnelleren Muskelregeneration genutzt.

Gesundheitliche Risiken nicht unterschätzen

Neben den potenziellen Vorteilen gibt es eine Reihe ernst zu nehmender Gefahren:

  • Kälteschock: die abrupte Kälte kann zu unkontrolliertem Atemreflex und Herzrhythmusstörungen führen.
  • Unterkühlung: bei längerer Verweildauer sinkt die Körperkerntemperatur – motorische Einschränkungen bis hin zur Ohnmacht sind möglich.
  • Kreislaufbelastung: besonders gefährlich für Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Verletzungsgefahr: Geringere Muskelspannung erhöht das Risiko für Zerrungen oder Stürze.
  • Unfallgefahr bei Alleingängen: Ohne Begleitung steigt die Gefahr eines unbemerkten Notfalls.

Wichtig: Bevor man mit dem Eisbaden beginnt, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen – insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen.

Gut vorbereitet ins kalte Wasser

Wer vom Eisbaden gesundheitlich profitieren möchte, sollte seinen Körper rechtzeitig auf die extreme Kälte vorbereiten. Besonders bewährt haben sich Atemübungen, um den Atemreflex besser zu kontrollieren und bewusster mit dem Kältereiz umzugehen. Zusätzlich hilft regelmäßiges kaltes Duschen dabei, den Körper schrittweise an sinkende Temperaturen zu gewöhnen. Der Einstieg ins Freiwasser sollte langsam erfolgen – idealerweise bereits im Herbst, wenn das Wasser noch nicht eisig ist. Für Anfänger gilt: nur kurz ins Wasser – beginnend mit einigen Sekunden und langsam steigern. Eine begleitende ärztliche Beratung ist ratsam, vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei koronaren Herzerkrankungen, Herzmuskelstörungen oder Herzschwäche wird vom Eisbaden abgeraten. 

Fünf Regeln für sicheres Eisbaden

Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt die DLRG folgende Sicherheitsregeln:

1. Vorbereitung ist essenziell: Beginnen Sie mit kalten Duschen, um den Körper langsam an die Reize zu gewöhnen. Die erste Freiluft-Erfahrung sollte idealerweise im Herbst erfolgen.

2. Nie allein baden – mindestens zu dritt: Zwei Personen im Wasser, eine an Land: So kann im Notfall rasch reagiert werden – sei es zur Hilfeleistung oder um einen Notruf abzusetzen.

3. Körper aufwärmen und schützen: Leichtes Aufwärmen vor dem Bad bringt den Kreislauf in Schwung. Neoprenhaube, Handschuhe und Füßlinge bieten zusätzlichen Schutz gegen Kälte. Der Kopf sollte möglichst über Wasser bleiben, um Wärmeverlust zu vermeiden.

4. Faustregel: Minuten = Wassertemperatur: Einsteiger sollten sich an folgender Regel orientieren: maximal so viele Minuten im Wasser bleiben, wie das Wasser Grad Celsius hat. Warnsignale wie Zittern, Schmerzen, Schwindel oder Atemnot sind Gründe, das Wasser sofort zu verlassen.

5. Langsames Aufwärmen danach: Nach dem Bad: gründlich abtrocknen, warme Kleidung anziehen, Heißgetränk genießen. Kein schneller Wechsel in die Sauna – das belastet den Kreislauf zusätzlich.

Reizvolles Ritual mit Verantwortung

Eisbaden ist kein harmloser Wellness-Trend, sondern eine ernst zu nehmende körperliche Herausforderung. Wer sich gut vorbereitet, auf die Signale des Körpers achtet und sich an bewährte Sicherheitsregeln hält, kann von den positiven Effekten profitieren. Doch der Gesundheitsschutz hat immer Vorrang – besonders in Extremsituationen.

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