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Melatonin und Herzrisiko: Was Apotheken jetzt wissen sollten

Eine US-Studie sorgt für Verunsicherung rund um Melatonin-Präparate. Obwohl die Daten noch nicht veröffentlicht wurden, diskutiert die Fachwelt bereits mögliche Risiken. In Österreich kommt Melatonin meist in niedriger Dosierung als Nahrungsergänzungsmittel in den Handel. Was Apotheken im Umgang mit verunsicherten Kundinnen und Kunden beachten sollten.

Beim Jahreskongress der American Heart Association (AHA) in New Orleans wurde eine Analyse präsentiert, die auf mögliche Risiken durch die langfristige Einnahme von Melatonin-Präparaten hinweist. Die statistische Auswertung verknüpft die Anwendung über mehr als zwölf Monate mit einer erhöhten Rate an Herzinsuffizienz sowie allgemeiner Sterblichkeit. Eine Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Journal liegt jedoch bislang nicht vor.

Melatonin im Fokus einer US-Studie

Die Analyse basierte auf Daten des TriNetX Global Research Network, einer internationalen Patientendatenbank. Erfasst wurden über 130.000 Erwachsene mit chronischer Schlaflosigkeit über einen Zeitraum von 5 Jahren hinweg. Bei jenen, die mindestens ein Jahr lang Melatonin eingenommen hatten, wurde ein um 90 % erhöhtes Risiko für chronische Herzschwäche festgestellt. Auch das Risiko für Hospitalisierung und Gesamtmortalität war in dieser Gruppe signifikant höher.

Wichtig: Laut AHA handelt es sich um eine retrospektive Datenauswertung, deren Ergebnisse keinen kausalen Zusammenhang belegen. Eine Peer-Review fehlt ebenso wie Angaben zu Dosierungen oder Einnahmeformen. Die Ergebnisse gelten daher als vorläufig.

Melatonin in Österreichischen Apotheken

In Österreich kommt der Wirkstoff meist als Nahrungsergänzungsmittel in niedrigeren Dosierungen in Apotheken auf den Markt – beispielsweise in Form von Sprays, Tabletten oder Direkt-Sticks. Manche Produkte mit z.B. retardierter Wirkung sind als Arzneimittel zugelassen und unterliegen der Rezeptpflicht.

Einige Präparate tragen zudem den Hinweis, dass sie nicht für die langfristige Einnahme bestimmt sind. Die Beratung in Apotheken spielt hier eine zentrale Rolle, insbesondere wenn Kundinnen und Kunden Melatonin über längere Zeit konsumieren möchten oder über Nebenwirkungen berichten.

Was tun bei verunsicherten Kundinnen und Kunden?

Angesichts der breiten Medienberichterstattung rund um die Studie ist mit einer Zunahme an Beratungsbedarf in Apotheken zu rechnen. Dabei gilt:

  • Bei anhaltenden Schlafproblemen über mehrere Wochen bis Monate sollte auf eine ärztliche Abklärung hingewiesen werden.
  • Apothekerinnen und Apotheker können die Unterschiede zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln erklären – insbesondere in Bezug auf Dosierung, Einnahmedauer und Indikation.
  • Hinweise zur kurzfristigen Anwendung sind Teil einiger Produktinformationen und können als Grundlage für Beratungsgespräche dienen.
  • Die bisher fehlende wissenschaftliche Publikation zur zitierten Studie könnte ebenfalls erwähnt werden – zur Einordnung der Risikobewertung.

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