Start Wissenschaft Roter Fingerhut bei Herzschwäche: Wirkung von Digitalis wissenschaftlich bestätigt

Roter Fingerhut bei Herzschwäche: Wirkung von Digitalis wissenschaftlich bestätigt

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Eine Langzeitstudie der Medizinischen Hochschule Hannover bestätigt erstmals die Wirksamkeit von Digitoxin bei chronischer Herzinsuffizienz. Der pflanzliche Wirkstoff aus dem roten Fingerhut gilt als Klassiker der Phytotherapie – nun ist seine medizinische Wirksamkeit auch klinisch belegt.

Digitoxin senkt Sterblichkeit bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz

Seit über 200 Jahren wird Digitalis, ein Wirkstoff aus den Blättern des roten Fingerhuts, zur Behandlung von Herzschwäche eingesetzt. Der Einsatz zählt zu den ältesten Anwendungen mit pflanzlichen Arzneimitteln.

Ein Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat nun in einer zehnjährigen klinischen Studie mit mehr als 1.200 Patientinnen und Patienten nachgewiesen: Digitoxin, ein Herzglykosid aus dieser Pflanzenart, hat einen deutlich positiven Effekt bei Patientinnen und Patienten mit verminderter Pumpfunktion und unzureichender Entleerung der linken Herzkammer.

Weniger Todesfälle, weniger Spitalsaufenthalte

Die Ergebnisse, veröffentlicht im „New England Journal of Medicine“, belegen, dass eine Zusatztherapie mit Digitoxin die Sterblichkeit sowie die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei schwerer chronischer Herzinsuffizienz signifikant senken kann.

Damit erhält ein altbekanntes pflanzliches Arzneimittel nun auch einen modernen, evidenzbasierten Platz in der kardiologischen Therapie.

Phytotherapie mit wissenschaftlichem Fundament

Digitalis steht exemplarisch für das Potenzial der Phytotherapie: Die Pflanze gilt seit Jahrhunderten als bewährtes Heilmittel bei Herzerkrankungen. Nun bestätigt die klinische Forschung erstmals auch die medizinische Wirksamkeit unter modernen wissenschaftlichen Standards.

Die Datenlage eröffnet neue Perspektiven für den integrierten Einsatz pflanzlicher Wirkstoffe in der konventionellen Therapie – vorausgesetzt, Dosierung, Sicherheit und Anwendung erfolgen streng kontrolliert.

Herzinsuffizienz: Eine unterschätzte Volkskrankheit

Chronische Herzschwäche gehört zu den häufigsten Gründen für Spitalsaufenthalte und zählt zu den Hauptursachen für eine erhöhte Sterblichkeit. Symptome wie Atemnot, verminderte Belastbarkeit, Wassereinlagerungen und Herzrhythmusstörungen schränken die Lebensqualität stark ein.

Die nun vorliegenden Studiendaten bieten erstmals eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für den gezielten therapeutischen Einsatz von Digitalispräparaten – insbesondere Digitoxin – in der modernen Kardiologie und Phytotherapie.

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