Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zeigt: Beiträge zur Gesundheitskommunikation, die mit KI erstellt werden, erzielen mehr Interaktionen und könnten eine kosteneffiziente Lösung für zielgruppengerechte Krebsprävention bieten. Voraussetzungen sind Transparenz, Qualitätskontrolle und ethische Standards.
KI-generierte Inhalte als Werkzeug der Gesundheitskommunikation
Künstlich generierte Social Media-Beiträge bieten neue Chancen für die Krebsprävention. Die Forschungsergebnisse des Deutschen Krebsforschungszentrums belegen: KI-Inhalte erreichen mehr Menschen und könnten somit ein wichtiges Instrument für zielgerichtete und kosteneffiziente Informationskampagnen werden – vor allem für jüngere Zielgruppen.
Junge hauptsächlich über Social Media erreichbar
Für junge Menschen unter 30 Jahren dienen Social Media-Plattformen als zentrale Informationsquellen – nicht nur für Unterhaltung und Lifestyle, sondern auch zunehmend für gesundheitliche Themen. Social Media ist für diese Altersgruppe unverzichtbar, wenn es um Gesundheitsinformationen geht – so lautet das Fazit der DKFZ-Forschung. Behörden und Gesundheitseinrichtungen stehen jedoch vor einer Herausforderung. Ihnen fehlen häufig die personellen und finanziellen Mittel, um kontinuierlich hochwertige Inhalte für soziale Plattformen zu produzieren. Künstlich generierte Beiträge könnten hier eine Lösung bieten.
Mehr Reichweite durch KI-Content
Das Forschungsteam um Erstautor Nicolas Merl, Psychologe im Deutschen Krebsforschungszentrum, analysierte im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse insgesamt 33 internationale Studien aus den Jahren 2020 bis 2025. Die Forschenden verglichen KI-generierte Inhalte mit Beiträgen, die von Menschen erstellt wurden. Dabei stellten sie fest, dass die KI-Inhalte im Durchschnitt 12 Prozent mehr Interaktionen erzielten – etwa durch Likes, Kommentare oder Klicks. Auch die inhaltliche Qualität wurde positiv bewertet.
Transparenter Einsatz als Grundlage für Vertrauen
Trotz der Chancen, die KI-basierte Inhalte für die Gesundheitskommunikation bieten, sehen die Forschenden auch erhebliche Risiken. Vor allem mangelnde Transparenz, fachlich nicht geprüfte Informationen oder emotional überzeichnete Darstellungen könnten das Vertrauen der Bevölkerung in öffentliche Gesundheitsbotschaften untergraben. Um dem entgegenzuwirken, hält das Forschungsteam verbindliche Rahmenbedingungen für notwendig. Dazu zählen die deutliche Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten, eine professionelle inhaltliche Prüfung durch Fachpersonen sowie definierte Vorgaben zur Sicherung der Qualität.
Potenzial für Gesundheitswesen und Prävention
Für Apotheken, Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsbehörden eröffnet der KI-Einsatz neue Möglichkeiten. Dazu zählen reduzierte Kosten, schnelle Reaktionsfähigkeit, mehrsprachige Inhalte und eine zielgruppengerechte Ansprache. Damit lassen sich Präventionsbotschaften wie beispielsweise Krebsvorsorge effizient verbreiten – vorausgesetzt, sie werden ethisch verantwortungsvoll umgesetzt.




