Die christliche Fastenzeit und der islamische Ramadan stehen für Verzicht, Selbstbesinnung und spirituelle Einkehr. Gleichzeitig bieten sie Raum für neue gesundheitsfördernde Routinen im Alltag.
Mit dem Aschermittwoch am 18. Februar 2026 beginnt heuer erneut die Fastenzeit im Christentum – und fällt damit zeitlich nahezu zusammen mit dem islamischen Fastenmonat Ramadan, der am 19. Februar beginnt. Diese seltene Überschneidung unterstreicht, dass das Fasten in verschiedenen Religionen einen zentralen Stellenwert hat – als Zeit der Besinnung, des Verzichts und der spirituellen Erneuerung.
Christliche Fastenzeit: Vorbereitung auf Ostern
Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch (2026: 18. Februar), an dem traditionell das Aschenkreuz als Zeichen auf die Stirn gekennzeichnet wird und endet am Karsamstag (4. April 2026). Das Osterfest ist das wichtigste Fest der Christen und wird am Sonntag nach der Fastenzeit gefeiert. Obwohl zwischen diesen beiden Daten 46 Tage liegen, zählen die sechs Sonntage liturgisch nicht als Fastentage – so ergeben sich exakt 40 Tage. Diese Zahl nimmt Bezug auf das überlieferte 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste.
Im Zentrum stehen Verzicht, Buße und innere Einkehr. Viele Menschen reduzieren in dieser Zeit bewusst ihren Konsum. In der Fastenzeit verzichten viele bewusst auf Süßigkeiten, Fleisch, Alkohol, Rauchen oder digitale Medien. Ziel ist es, sich neu auszurichten, spirituell, sozial oder gesundheitlich.
Ramadan: Fastenmonat im Islam
Der Ramadan, der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, beginnt 2026 am Abend des 18. Februar mit Erscheinen der Neumond-Sichel. Der erste Fastentag ist am 19. Februar. Ramadan dauert 29 bis 30 Tage und endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr oder Zuckerfest). In dieser Zeit verzichten Musliminnen und Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Auch auf Rauchen, Intimität und Luxus soll verzichtet werden.
Zentrale Rituale sind das gemeinsame Frühstück vor Sonnenaufgang (Sahūr), das abendliche Fastenbrechen (Iftar) sowie das intensive Gebet und Lesen des Korans. Besondere Bedeutung hat auch die Zakat, die verpflichtende Almosenabgabe. Ausnahmen gelten für Kranke, Schwangere, Stillende, menstruierende Frauen und Kinder.
Gesundheitlicher Impuls: Kleine Schritte mit großer Wirkung
Die Fastenzeit ist nicht nur ein spirituelles Ritual, sie kann auch Ausgangspunkt für nachhaltige Veränderungen im Alltag sein. Im Artikel „New year, new me“, welcher im PKAjournal 1-2/2026 erschienen ist, beschreibt Elisabeth Sperr, wie man alte Gewohnheiten ablegen und mit Tiny Habits eingefahrene Verhaltensmuster langsam und nachhaltig ändern kann. Dabei beginnt man mit kleinen, leicht umsetzbaren Schritten, die sich gut in den Alltag einbauen lassen.
Beispiele für solche „Tiny Habits“ sind:
- Eine Mahlzeit pro Tag ohne Ablenkung genießen.
- Täglich eine Handvoll Nüsse oder ein Stück Obst essen
- Konsequent die Stiegen statt den Lift nutzen.
Entscheidend sei dabei ein positives Umfeld, das neue Routinen unterstützt. Auch gemeinsames Einkaufen oder Kochen im Familien- oder Freundeskreis kann helfen, neue Gewohnheiten zu verankern. In der Fastenzeit kann man also die Gelegenheit nutzen, um neue, gesundheitsfördernde Routinen zu entwickeln.
Fasten als Chance zur Veränderung
Ob aus religiösen, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen – Fastenphasen bieten Raum zur Reflexion und Veränderung. Während der religiöse Rahmen Orientierung gibt, liegt die individuelle Gestaltung in der Hand jedes Einzelnen.
Der bewusste Umgang mit Konsum, Ernährung und sozialen Routinen kann dabei helfen, langfristig gesündere Verhaltensweisen zu entwickeln.




