Die Belastung durch COVID-19 bleibt hoch – insbesondere für ältere Menschen und Risikogruppen. Neue Daten unterstreichen die Bedeutung der Auffrischungsimpfung und einer raschen antiviralen Therapie.
Deutlicher Anstieg der Krankheitslast durch SARS-CoV-2
Aktuelle Daten aus dem Abwassermonitoring zeigen, dass COVID-19 auch im Herbst 2025 eine relevante Gesundheitsbedrohung bleibt. In den vergangenen Wochen war fast ein Drittel der Spitalsaufnahmen aufgrund schwerer Atemwegserkrankungen auf SARS-CoV-2 zurückzuführen – deutlich mehr als durch Influenza oder andere Erreger wie Pneumokokken. Das offizielle SARI-Dashboard zeigt: SARS-CoV-2 übertraf in den letzten Wochen und übertrifft auch derzeit die Influenza an ausgelöster „Krankheitslast“ bei weitem.
Vorsicht ist auf jeden Fall angeraten. „2024 hat COVID-19 mehr Todesfälle gefordert als die Influenza und ist vergleichbar mit der Mortalität bei Brust- oder Prostatakrebs“, so Markus Zeitlinger von der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der MedUni Wien.
Seit Beginn der Pandemie ist belegt, dass Kinder eine COVID-19 Infektion oft ohne Symptome überstehen. Personen bis zum Alter von 50 Jahren haben meist milde Verläufe, jedoch bei Personen über 60 Jahren treten häufiger schwere Verlaufsformen auf.
Auffrischungsimpfung empfohlen – besonders für Über-60-Jährige
Markus Zeitlinger verweist auf die aktuelle Impfempfehlung in Österreich. „Eine COVID-19-Auffrischungsimpfung wird allen Personen ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr empfohlen, die sich vor einem schweren Verlauf schützen möchten. Bevorzugt wird eine Impfung im Herbst für Personen mit chronischen Erkrankungen, alle ab 60 Jahren und Gesundheitspersonal empfohlen.“
Der empfohlene Mindestabstand zur letzten Impfung oder Infektion beträgt 12 Monate. Für immunkompromittierte Personen kann auch ein kürzeres Intervall sinnvoll sein – dies sollte individuell ärztlich abgeklärt werden.
Testung im Verdachtsfall als Voraussetzung für Therapie
„Im Zweifelsfall sollte getestet werden – nur bei bestätigter Infektion ist eine Behandlung möglich“, betont Zeitlinger. Eine rasche Diagnostik ist essenziell, um eine antivirale Therapie mit Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid®) rechtzeitig einzuleiten. Der ideale Zeitpunkt für den Therapiebeginn liegt innerhalb von fünf Tagen nach Symptombeginn – je früher, desto besser. Grunderkrankungen und mögliche Arzneimittelwechselwirkungen sind zu beachten.
Daten aus dem kostenlosen Therapieprogramm in Wien belegen sehr gute Wirksamkeit bei medikamentöser Behandlung von COVID-19. Hospitalisierungen sowie die Sterblichkeitsrate wurden deutlich reduziert.
Impfen, testen, behandeln
COVID-19 bleibt insbesondere für ältere und vorerkrankte Menschen eine ernstzunehmende Erkrankung. Die Impfung kann schwere Verläufe verhindern, die Testung schafft Klarheit, und eine frühzeitige Therapie mit Paxlovid® kann Schweregrade von Verläufen mindern und Leben retten.
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