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Bereitschaftsdienste kosten Apotheken jährlich 35 Mio. Euro

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Bereitschaftsdienste in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen gehören zum gesetzlich geregelten Auftrag an die Apotheken. Im Unterschied zu Spitals- und Ärztenotdiensten zahlt diese jedoch nicht die öffentliche Hand, sondern kosten die Apotheken jährlich 35 Mio. Euro.

In Österreich suchen täglich bis zu 600.000 Menschen eine der 1.470 Apotheken auf. Dazu kommen jede Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen rund 220 Apotheken, die durch den Bereitschaftsdienst die Versorgung aufrechterhalten.

Frage nach Mitfinanzierung durch öffentliche Hand

Diese gesetzlich geregelte Serviceleistung finanzieren die Apothekenbetriebe selbst. „Die Bereitschaftsdienste in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen sind eine wichtige Versorgungsleistung für die Bevölkerung, aber eine wirtschaftliche Herausforderung für die Apotheken“, heißt es in einer Aussendung der Österreichischen Apothekerkammer Ende Juli.

Mag.pharm. Dr. Gerhard Kobinger,2. Vize-Präsident der Österreichischen Apothekerkammer
© Martin Hörmandinger

Fraglich ist allerdings, warum die öffentliche Hand diesen von ihr auferlegten Auftrag nicht auch mitfinanziert. Innerhalb des immer rissiger werdenden Gesundheitssystems muss die wichtige Rolle der Apotheken endlich weiter aufgewertet werden.

Mag.pharm. Dr. Gerhard Kobinger
2. Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer

In Summe kosten die Bereitschaftsdienste laut Kammer die Apotheken rund 35 Mio. Euro pro Jahr. Spitäler- und Ärztenotdienste finanziert dagegen die öffentliche Hand. „Der gesetzlich vorgeschriebene Versorgungsauftrag ist zu erfüllen, das steht außer Frage“, sagt Mag.pharm. Dr. Gerhard Kobinger, 2. Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer in einer Aussendung Ende Juli. 

„Fraglich ist allerdings, warum die öffentliche Hand diesen von ihr auferlegten Auftrag nicht auch mitfinanziert. Innerhalb des immer rissiger werdenden Gesundheitssystems muss die wichtige Rolle der Apotheken endlich weiter aufgewertet werden. Nur so kommen wir aus der sich immer schneller drehenden Abwärtsspirale in Sachen Systemfinanzierung heraus“, so Kobinger.

50 Stunden pro Woche geöffnet plus Bereitschaftsdienste

Während andere Gesundheitseinrichtungen urlaubsbedingt in den Sommermonaten geschlossen sind, stünden die mehr als 7.000 Apothekerinnen und Apotheker das ganze Jahr über mit Fachwissen und persönlicher Beratung zur Verfügung. Jede Apotheke in Österreich hat durchschnittlich 50 Stunden pro Woche geöffnet. Urlaubsbedingte Schließtage gibt es nicht. Dazu kommen noch Nacht- und Bereitschaftsdienste, denn Krankheiten kennen keine Öffnungszeiten und halten sich auch nicht an die Feriensaison.

Niederschwellige Beratung ohne Terminvereinbarung

„Bis zu 600.000 Menschen kommen täglich in eine der 1.470 Apotheken vor Ort, weil sie ein gesundheitliches Anliegen haben und Hilfe benötigen. Ohne Terminvereinbarung oder Wartezeit lösen wir Apothekerinnen und Apotheker diese Probleme quasi rund um die Uhr – das Vertrauen in unseren Berufsstand ist entsprechend hoch“, fasst es Kobinger zusammen.

Neben der Arzneimittelversorgung und pharmazeutischen Beratung stehen in Apotheken auch verschiedene Screening- und Testmöglichkeiten zur Verfügung, z.B. Blutzuckerwerte, Lipidprofil oder Vitaminbestimmungen. Dadurch können Krankheiten früher erkannt, schneller behandelt und, so die Kammer, massiv Kosten gespart werden.

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