Start Apotheke Phago gibt Einblick in die Lieferengpass-Situation

Phago gibt Einblick in die Lieferengpass-Situation

Die Lieferprobleme bei Arzneimitteln in Österreich haben sich verschärft. Nach aktuellen Daten der Phago sind täglich 81.000 Medikamentenpackungen von Lieferschwierigkeiten betroffen. Besonders angespannt bleibt die Versorgung bei Arzneimitteln für den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel sowie bei Herz-Kreislauf-Präparaten.

Mehr als 13 Prozent der Arzneimittel gelten derzeit als lieferkritisch. Das geht aus dem Arzneimittel-Radar des Verbands der Österreichischen Vollgroßhändler Phago hervor. Im Mai waren laut Verband noch rund 74.000 Packungen täglich von Lieferschwierigkeiten betroffen, mittlerweile sind es 81.000. Als lieferkritisch gelten Arzneimittel, die von den Herstellern verspätet, in unzureichenden Mengen oder überhaupt nicht geliefert werden.

Das Vertriebseinschränkungsregister des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) weist derzeit rund 500 nicht oder nur eingeschränkt verfügbare Arzneimittel aus. Diese Zahl allein lässt jedoch keine ausreichenden Rückschlüsse auf das tatsächliche Ausmaß der Versorgungsprobleme zu. Das Arzneimittel-Radar erfasst dazu die Nachschubsituation bei den fünf österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändlern.

Antidiabetika besonders von Nachschubproblemen betroffen

Die größten Schwierigkeiten bestehen weiterhin bei Arzneimitteln für den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel. In dieser Gruppe sind täglich 28.000 Packungen von Lieferproblemen betroffen.

Besonders auffällig ist die Situation bei Antidiabetika. Bei rund einem Drittel dieser Arzneimittel verzeichnen die Vollgroßhändler bereits seit Längerem Nachschubprobleme. Auch bei Augenpräparaten bestehen weiterhin Einschränkungen in der Verfügbarkeit. 

Bei Herz-Kreislauf-Medikamenten sind täglich 14.000 Packungen von Lieferschwierigkeiten betroffen.

Bessere Verfügbarkeit bei Psychopharmaka

Entspannung meldet der Verband hingegen bei Psychopharmaka. Deren Verfügbarkeit hat sich in den vergangenen Wochen verbessert.

Auch bei Arzneimitteln für die bevorstehende Erkältungs- und Grippesaison zeichnet sich ein günstigeres Bild. Antibiotika sowie Erkältungs- und Fiebermittel sind beim Vollgroßhandel derzeit sehr gut verfügbar.

Verteilung knapper Arzneimittelbestände

Die fünf Phago-Mitgliedsunternehmen beliefern österreichische Apotheken von insgesamt 23 Standorten aus. Neben der regulären Arzneimittelversorgung übernehmen sie bei Lieferengpässen zusätzliche Aufgaben. Dazu gehören die bedarfsgerechte Verteilung knapper Bestände und die Prüfung alternativer Beschaffungswege.

Phago-Generalsekretärin Dr. Monika Vögele verweist auf die Bedeutung der Großhandelsdaten für die Einschätzung der Versorgungslage: „Erst die umfassenden Daten und die Expertise der Vollgroßhändler ermöglichen es, Lieferprobleme richtig einzuordnen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Durch die laufenden Anpassungen an die Liefersituation tragen die Arzneimittel-Vollgroßhändler entscheidend dazu bei, dass ein Großteil der Lieferprobleme abgefedert werden kann.“

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