Start Wissenschaft mRNA-Impfstoffe besser als Vektor-Vakzine

mRNA-Impfstoffe besser als Vektor-Vakzine

Eine aktuelle Studie zeigt: mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 lösen eine deutlich stärkere und länger anhaltende Antikörperreaktion aus als der russische Vektorimpfstoff Sputnik V. Die Ergebnisse könnten für zukünftige Impfstrategien von Bedeutung sein.

mRNA-Technologie liefert überlegene Immunantwort

mRNA-Impfstoffe wie jene von BioNTech/Pfizer und Moderna führen zu einer stärkeren Immunreaktion als der russische Vektorimpfstoff Sputnik V. Das zeigt eine aktuelle Studie der Icahn School of Medicine in New York, an der auch der österreichische Vakzinologe Florian Krammer beteiligt war. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Vaccine veröffentlicht.

Unterschiedliche Wirkprinzipien

Vektorimpfstoffe wie Sputnik V setzen auf genetisch veränderte Adenoviren, die das Spike-Protein von SARS-CoV-2 in den Körper einschleusen. Dabei kommen zwei unterschiedliche Vektoren für Erst- und Zweitimpfung zum Einsatz. Auch AstraZeneca entwickelte einen Vektorimpfstoff, der sich jedoch nicht dauerhaft durchsetzte. mRNA-Impfstoffe hingegen liefern lediglich den Bauplan für das Spike-Protein – der Körper produziert das Antigen selbst und löst so die Immunantwort aus.

Studie vergleicht Antikörperreaktionen

Im Fokus der Untersuchung stand die Dauer und Stärke der Antikörperreaktion nach COVID-19-Impfungen. Insgesamt wurden 28 Personen mit mRNA-Impfstoffen (BNT162b2 und mRNA-1273) sowie 44 Personen mit Sputnik V beobachtet – jeweils mit und ohne vorherige COVID-19-Erkrankung. Die Antikörperspiegel wurden dabei bis zu 200 Tage nach der Impfung gemessen. Bei den mRNA-Vakzinen hatte die Hälfte von ihnen bereits eine COVID-19-Erkrankung gehabt, während es bei den Probanden mit Sputnik V lediglich zehn waren.

Klare Vorteile für mRNA-Impfstoffe

Die Studienergebnisse zeigen, dass mRNA-Vakzine zu höheren bindenden und neutralisierenden Antikörperreaktionen führten. Sowohl bei immunologisch „naiven“ als auch bei genesenen Personen. Die Halbwertszeit der Antikörperspiegel betrug bei beiden Impfstoffen rund fünf Monate. Doch die mRNA-Impfstoffe behielten ihre Überlegenheit auch sechs Monate nach der Immunisierung bei.

Relevanz für zukünftige Impfstrategien

Die Forschenden betonen, dass diese Unterschiede für die Planung langfristiger Impfstrategien wesentlich sind – etwa für Auffrischungsimpfungen oder Szenarien mit hybrider Immunität.
„Die mRNA-Impfung führt im Vergleich zur adenoviralen Vektorimpfung zu deutlich überlegenen und anhaltenden Antikörperreaktionen“,so das Fazit der Autorinnen und Autoren.

Sputnik V blieb in Europa ohne Zulassung

Der russische Impfstoff Sputnik V wurde bereits früh in der Pandemie entwickelt und in zahlreichen Ländern zugelassen. In der EU kam es jedoch nie zu einer Zulassung, da laut EMA entscheidende Daten fehlten. Auch in Österreich wurde eine kurzfristige Beschaffung diskutiert, letztlich aber nicht umgesetzt.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:
• COVID-19 bleibt relevant: Impfen, testen, behandeln
• Angepasste COVID-19-Impfstoffe stehen bereit
• COVID-19-Impfung senkt Sterberisiko um 64%
QuelleAPAmed

Neue Artikel

Sechs von zehn nutzen KI bei Gesundheitsfragen

Künstliche Intelligenz ist bei Gesundheitsfragen für viele Menschen in Österreich bereits Teil der Informationssuche. Sechs von zehn Befragten haben...

Fachgesellschaft ehrt Bionorica-Chef Dr. Michael Popp

Die Society for Medicinal Plant and Natural Product Research (GA) hat Prof. Dr. Michael A. Popp, CEO und Inhaber...

Apothekerverbandswahl: Vier Landesgruppen mit neuer Spitze

Nach dem Ergebnis der Apothekerverbandswahl 2026 wechseln in Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und Wien die Landesgruppenspitzen. Auch in mehreren Landesvorständen...

Frag doch den digitalen Zwilling!

90 Prozent der Entwicklungsprojekte der Pharmaindustrie gehen fehl. Digitale Anwendungen sollen die Erfolgsraten erhöhen und Kosten sparen helfen.  Erst vor...

 Weitere Artikel

Sechs von zehn nutzen KI bei Gesundheitsfragen

Künstliche Intelligenz ist bei Gesundheitsfragen für viele Menschen in Österreich bereits Teil der Informationssuche. Sechs von zehn Befragten haben...

Fachgesellschaft ehrt Bionorica-Chef Dr. Michael Popp

Die Society for Medicinal Plant and Natural Product Research (GA) hat Prof. Dr. Michael A. Popp, CEO und Inhaber...

Apothekerverbandswahl: Vier Landesgruppen mit neuer Spitze

Nach dem Ergebnis der Apothekerverbandswahl 2026 wechseln in Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und Wien die Landesgruppenspitzen. Auch in mehreren Landesvorständen...