Start Wissenschaft Ballaststoffe fehlen oft in Ernährung von Studierenden

Ballaststoffe fehlen oft in Ernährung von Studierenden

Eine Innsbrucker Studie zeigt: Junge Erwachsene nehmen im Schnitt nur rund die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge an Ballaststoffen zu sich. Besonders auffällig: Wer weniger Ballaststoffe konsumiert, hat häufiger einen höheren BMI – ein klarer Risikofaktor für Übergewicht.

Wichtiger Gesundheitsfaktor mit zu geringem Stellenwert

Dass Ballaststoffe für die Gesundheit essenziell sind, ist in der Fachwelt unbestritten. Sie regulieren Blutzucker- und Cholesterinspiegel und spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Körpergewichts und der Stoffwechselgesundheit. Dennoch ist der Konsum oft zu niedrig. Eine neue Studie der HNO-Universitätsklinik Innsbruck untersuchte den Zusammenhang zwischen Ballaststoffzufuhr, BMI und Ballaststoffquellen.

Empfohlene Menge klar verfehlt

An der Innsbrucker Studie nahmen 813 Studierende teil, deren Altersdurchschnitt bei etwas über 22 Jahren lag. Es waren 96 Männer und 717 Frauen beteiligt. Die tägliche Ballaststoffaufnahme der Teilnehmenden betrug im Schnitt nur 15,7 Gramm. Dies liegt deutlich unter dem empfohlenen Tagesbedarf. Pro Tag werden laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und von Expertengremien zwischen 25 und 35 Gramm an Ballaststoffen als Richtwert genannt.

BMI korreliert mit Ballaststoffaufnahme

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist der Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index (BMI) und Ballaststoffkonsum. Übergewichtige Teilnehmende nahmen im Schnitt nur 13,2 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich, Normalgewichtige 16,1 Gramm. Gleichzeitig zeigten sich Unterschiede bei den Quellen – während Normalgewichtige verstärkt auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte setzten, dominierten bei Übergewichtigen vor allem Kartoffeln und Weißbrot.

Qualität der Quellen entscheidend

Die Forschenden betonen, dass nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Ballaststoffquelle zählt. Hochwertige Ballaststoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln wirken sich langfristig positiv auf Gewicht, Stoffwechsel und Immunfunktion aus. Nur 6,9 Prozent der untersuchten Personen erreichten die Mindestzufuhr von 25 Gramm pro Tag.

Die Autorin der Studie, Maria do Carmo Greier erwähnt gemeinsam mit ihrem Team, die Notwendigkeit gezielter Interventionen. Aufklärung und ein gesundes Ernährungsumfeld können wesentlich dazu beitragen, die Ballaststoffzufuhr zu verbessern und die Gesundheit junger Erwachsener langfristig zu stärken. 

Moderne Ernährung als Risikofaktor

Zudem könnten aktuelle Ernährungstrends zur sogenannten „Ballaststofflücke“ beitragen. Glutenfreie Diäten, Low-Carb-Konzepte oder proteinbetonte Ernährung führen oft dazu, dass ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Getreide reduziert oder vermieden werden.
Eine stärkere Bewusstseinsbildung über die gesundheitlichen Folgen solcher Trends und die Rolle ballaststoffreicher Lebensmittel könnte ein wichtiger Schritt sein, um Ernährungsgewohnheiten nachhaltig zu verbessern.

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