Laut aktuellen Euromonitor-Daten konsumieren Menschen in Österreich täglich fast 23 Gramm Zucker allein durch Softdrinks. Die Organisation foodwatch schlägt Alarm und fordert politische Maßnahmen wie eine „Kracherl-Steuer“ und zudem ein Verkaufsverbot für Energydrinks an Minderjährige.
Der tägliche Zuckerkonsum über Softdrinks liegt in Österreich bei durchschnittlich 23 Gramm pro Person. Das zeigen aktuelle Zahlen des Marktforschungsinstituts Euromonitor, die von der Konsumentenschutzorganisation foodwatch analysiert wurden. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich auf Platz zwei – lediglich Deutschland weist mit knapp 26 Gramm einen noch höheren Wert auf.
Zum Vergleich: Über Süßigkeiten nehmen Menschen in Österreich durchschnittlich rund 15 Gramm Zucker pro Tag auf – deutlich weniger als über Limonaden und Energydrinks.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine maximale Zuckeraufnahme von 25 Gramm pro Tag für Erwachsene. Diese Menge wird hierzulande fast allein durch gezuckerte Getränke erreicht. Bei Kindern von vier bis sieben Jahren liegt der Höchstwert sogar bei nur 19 Gramm Zucker täglich.
Energydrinks als wachsender Risikofaktor
Besonders alarmierend ist der Trend bei Energydrinks. Im Jahr 2026 liegt der durchschnittliche tägliche Pro-Kopf-Konsum in Österreich bei 4,16 Gramm Zucker – fast doppelt so viel wie noch 2011 (2,71 Gramm). Auch hier liegt Österreich auf dem zweiten Platz in Westeuropa. Menschen in Spanien oder Italien konsumieren beispielsweise unter einem Gramm täglich.
Gesüßte Getränke gelten als ein wesentlicher Risikofaktor für Übergewicht und Typ-2-Diabetes. In Österreich sind bereits 3,7 Millionen Erwachsene übergewichtig – ebenso jedes dritte Kind im Volksschulalter.
Forderungen nach „Kracherl-Steuer“ und Altersgrenze
Weltweit haben bereits über 100 Länder eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke eingeführt. Auch in Österreich werden nun klare Maßnahmen gefordert:
- eine „Kracherl-Steuer“ auf stark gesüßte Getränke
- ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Minderjährige
Ziel sei es, einen Anreiz für Hersteller zu schaffen, den Zuckergehalt in Getränken zu senken.

Die Zahlen sind ein Weckruf. Es kann nicht sein, dass Österreich tatenlos zusieht, wie sich eine ganze Generation mit Zucker krank trinkt. Im Sinne der Gesundheit von Millionen Menschen muss die Bundesregierung endlich handeln.
Miriam Maurer
Fundraising & Kampagnen foodwatch Österreich
Bewusster Umgang mit Zucker als erster Schritt
Unabhängig von politischen Maßnahmen liegt ein Teil der Verantwortung auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten selbst. Denn wer seinen eigenen Zuckerkonsum regelmäßig dokumentiert – etwa mit einem Ernährungstagebuch oder einer App – stellt oft überrascht fest, wie viel Zucker unbewusst über Getränke aufgenommen wird. Schon kleine Umstellungen im Alltag, wie der Griff zu ungesüßten Alternativen, können langfristig einen Unterschied machen – sowohl für das eigene Wohlbefinden als auch die Gesundheit.




